INHALTSVERZEICHNIS
- Attraktive Jobs und Branchen
- Hohe Nachfrage in Beratungsberufen
- Attraktive Consulting-Jobs
- Möglicher Wechsel zu Kunden
- Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung
- Trend zur Spezialisierung
- Von der Uni in die Wirtschaft
- Gesamtbild der Bewerber:innen
- Herausforderungen im Finanzsektor
- Mathematische Methoden
- Stationärer Handel und Online-Shops
- Jobs im Verkauf oder in der Zentrale
- Frühe Leitungspositionen
- Mobilitätskonzepte für die Automobilwirtschaft
- Logistik sichert Lieferketten
- Lernbereitschaft mitbringen
- Arbeiten im Team
- Praxiserfahrung erwünscht
Wirtschaftsabsolvent:innen haben die Möglichkeit, in vielen verschiedenen Branchen einzusteigen. Die Mischung aus generalistischem Business-Know-how und Spezialisierungen in einzelnen Studienschwerpunkten öffnet ihnen fast alle Karrierewege. So vielfältig die Chancen für Business-Talente sind, so besonders sind die jeweiligen Herausforderungen. Unser Artikel gibt einen Überblick über Trends, Anforderungen und Karrierewege in ausgewählten Branchen, damit der Einstieg gelingt.

Wirtschaftstalente sind das Rückgrat innovativer Unternehmen. Sie bringen das strategische Denken und kaufmännische Know-how ein, das erforderlich ist, um den Betrieb auf Erfolgskurs zu halten. Deshalb haben sie auch auf einem unruhiger werdenden Arbeitsmarkt weiterhin beste Einstiegschancen, zumal derzeit geburtenstarke Jahrgänge aus dem Berufsleben ausscheiden und eine spürbare Lücke hinterlassen, besonders bei gut ausgebildeten Fachkräften.
„Auf dem aktuellen Stellenmarkt bewegt sich derzeit viel. Nach der Flut an offenen Stellen in der Zeit nach Corona zeigen sich manche Branchen nun verhalten, während andere weiterhin händeringend nach Fachkräften suchen. Die Aussichten für junge Wirtschaftsabsolventinnen und -absolventen sind aber generell sehr positiv“, so die Einschätzung von Ursula Axmann, Geschäftsführerin des WU ZBP Career Centers an der WU Wien.
Attraktive Jobs und Branchen

Mit einem erfolgreich abgeschlossenen Wirtschaftsstudium steht den Absolvent:innen weiterhin eine große Bandbreite attraktiver Einstiegsjobs und spannender Branchen offen. Die Herausforderungen, vor denen die Unternehmen aufgrund von Digitalisierung, Globalisierung und der Notwendigkeit nachhaltigen Wirtschaftens stehen, sorgen dafür, dass die Nachfrage nach gut ausgebildeten, flexibel denkenden Business-Talenten nicht nachlässt.
Das BWL-Studium ist generalistisch angelegt. Dadurch haben die Studienabgänger:innen die Möglichkeit, in vielen verschiedenen Branchen einzusteigen. Dazu kommt, dass BWL-Absolvent:innen auch schon mit einem Bachelor-Abschluss der Einstieg in eine erfolgreiche Karriere möglich ist – anders als in vielen MINT-Studiengängen. Mögliche Vertiefungen und Spezialisierungen bieten die Wirtschaftsstudiengänge in späteren Semestern oder im Master-Studium an. Die selbst gewählten Schwerpunkte helfen dann, sich auf dem Arbeitsmarkt durch individuelle Kenntnisse und Kompetenzen auszuzeichnen und sich auf bestimmte Bereiche zu spezialisieren.
Hohe Nachfrage in Beratungsberufen

Besonders hoch ist der Bedarf nach qualifizierten Wirtschaftstalenten aktuell in den Beratungsberufen. „Unternehmensberatungen auf der Suche nach Talenten treffen wir derzeit überall an der WU Wien. Der Run auf Berufsanwärter und -anwärterinnen für die Steuerberatung und angehende Wirtschaftsprüfer:innen ist seit Jahren ungebremst. Gleiches gilt für Law Firms, den Handel sowie Banken und Versicherungen“, stellt Ursula Axmann fest. „Auch der öffentliche Dienst ist sehr präsent, während es im Konsumgüterbereich derzeit eher ruhig zugeht, was die Nachfrage nach Wirtschaftsabsolvent:innen betrifft.“
Matthias Schiller ist einer der Wirtschaftsabsolventen, die den schnellen Einstieg auf eine attraktive Position im Bereich Beratung geschafft haben. Der 23-Jährige hat sein Bachelor-Studium in Volkswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien abgeschlossen und arbeitet bereits als Associate im Bereich Tax des Beratungsunternehmens Deloitte Österreich. Außerdem belegt er derzeit den Master-Studiengang „Steuern und Rechnungslegung“, ebenfalls an der WU.
„Unser Team beschäftigt sich mit der nationalen und internationalen steuerlichen Beratung von Familienunternehmen, Private Clients und sogenannten High Net Worth Individuals sowie Privatstiftungen und Trusts. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf der Erstellung von Steuererklärungen, der laufenden Korrespondenz mit Klientinnen und Klienten sowie dem Finanzamt und etwaigen Recherchetätigkeiten zu laufenden Anfragen unserer Klientel“, beschreibt Schiller seinen Job.
Attraktive Consulting-Jobs
Die hohe Nachfrage der Unternehmensberatungen nach Wirtschaftsabsolvent:innen stößt durchaus auf Gegenliebe. In Arbeitgeberrankings zählten die Consultingunternehmen zuletzt wieder zu den Gewinnern. Das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Trendence bescheinigt ihnen sogar ein „ungeahntes Comeback“ bei Wirtschaftsabsolvent:innen.
Kein Wunder: Die jungen Consultants haben bereits unmittelbar nach ihrem Einstieg die Chance, ganz unterschiedliche Branchen, Geschäftsmodelle, Unternehmenskulturen und Persönlichkeiten kennenzulernen. Hinter jeder Kundenanfrage und in jedem Projekt verbergen sich andere Frage- und Problemstellungen, die gelöst werden müssen.
Das und der regelmäßige Austausch in den Projekten mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen sorgen für eine extrem steile Lernkurve. Die gibt es so ausgeprägt in keiner anderen Branche, und die Berufseinsteiger:innen können noch während ihrer gesamten weiteren Karriere davon profitieren.
Möglicher Wechsel zu Kunden
Dabei sind in manchen Beratungsfeldern eher generalistische Kompetenzen gefragt, in anderen geht es um Spezialgebiete für ausgewiesene Expert:innen in bestimmten Sparten. Neben der IT- und Technologieberatung spielt in den Beratungsprojekten der sparsame und nachhaltige Umgang mit Ressourcen immer häufiger eine große Rolle.
Wer sich in den Beratungsprojekten als analytisch und strategisch denkender Kopf präsentiert, hat nicht nur in der eigenen Unternehmensberatung attraktive Karriereoptionen. Viele Consultants nutzen irgendwann die Chance, auf eine Führungsposition bei einem früheren Kunden zu wechseln.
Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung
Vielfältige und abwechslungsreiche Aufgaben warten auch in der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung auf Wirtschaftsabsolvent:innen. Die Digitalisierung fördert dies zusätzlich: Papierlose Buchhaltung in den geprüften Unternehmen erlaubt es, immer mehr Routinetätigkeiten zu automatisieren. Die benötigten Daten werden über spezielle Schnittstellen importiert und anschließend geprüft. Die bei der einst aufwendigen Datenverwaltung eingesparte Zeit lässt sich nun für anspruchsvollere Aufgaben und die Beratung der Kundinnen und Kunden nutzen.
Für Deloitte-Associate Matthias Schiller ist vor allem die Abwechslung ein großes Plus der Beratungswelt. „Ich kümmere mich nicht nur um ein Thema, sondern werde fast täglich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Selbstverständlich verlangt das ein großes Maß an Flexibilität und Spontanität. Für mich ist diese Abwechslung aber genau das, was das Berufsleben attraktiv macht.“
Trend zur Spezialisierung
Dabei gibt es wie in anderen Consulting-Bereichen einen Trend in Richtung Spezialisierung. So ist bei der Prüfung von Geschäftstransaktionen, der Beurteilung von Risikomanagementsystemen und im Bereich der internationalen Rechnungslegung spezielles Fachwissen gefragt. Das Gleiche gilt für Themen wie Immobilienrecht oder Existenzgründungen.
Vor dem Einstieg in die Branche wartet auf künftige Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen noch eine anstrengende Ausbildung. Die Zulassung zu den Fachprüfungen ist nach 18 Monaten Praxiszeit als Berufsanwärter:in möglich.
Von der Uni in die Wirtschaft
Matthias Schiller kam durch eine Kommilitonin an der WU Wien, die bereits bei Deloitte arbeitete, zu der Beratungsgesellschaft. „Sie machte mich auf eine offene Stelle in ihrem Team aufmerksam. Durch das Mitarbeiter-Empfehlungsprogramm von Deloitte konnte sie mich direkt mit der Personalabteilung vernetzen und nach kurzer Zeit wurde schon ein Vorstellungsgespräch organisiert.“
Aus seinem Volkswirtschaftsstudium konnte er wichtige Grundlagen etwa im Bereich Accounting einbringen. Anderes lernte Schiller dann „on the Job“: „Dazu gehörte etwa das Führen von Klientengesprächen, der Umgang mit realen, nicht aus dem Lehrbuch stammenden steuerrechtlichen Fragestellungen und mit unserem internen Programm zur Erstellung von Steuererklärungen sowie die Durchführung der Buchhaltung und die Archivierung von Dokumenten.“
Gesamtbild der Bewerber:innen
Arbeitgeber betrachten heute viel mehr das Gesamtbild der Absolvent:innen, die sich bei ihnen bewerben. „Die Unternehmen sind nicht mehr auf einzelne Details konzentriert. Berufserfahrung neben dem Studium wird erwartet. Wenn diese einschlägig ist, umso besser, wobei jede praktische Erfahrung ein wertvoller Baustein im CV ist“, so die Beobachtung von Ursula Axmann.
„Natürlich bildet das umfassende fachliche Wissen aus dem Studium die Basis, gepaart mit ersten Anwendungserfahrungen aus praxisorientierten Lehrveranstaltungen oder studienbegleitenden Jobs. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, oder Dienstleistungsorientierung sind Skills, mit denen im jeden Fall gepunktet werden kann. In die Expertise eines spezifischen Fachgebiets taucht man dann ‚on the Job‘ tief ein“, so die Leiterin des Career Centers weiter.
Herausforderungen im Finanzsektor
Der Finanzsektor mit Banken und Versicherungen ist eine weitere klassische Einstiegsbranche für Business-Absolvent:innen – speziell für solche mit einem besonders guten mathematischen Verständnis. Die Branche bekam die Auswirkungen der digitalen Transformation früh und intensiv zu spüren und sie trieb diese auch selbst voran. Denn die Bereitschaft, ihre Geschäfte (auch) online zu erledigen, war bei den Kundinnen und Kunden hier besonders hoch. Dazu kam die Konkurrenz durch Direktbanken und FinTech-Unternehmen. Effiziente Infrastrukturen und ein sicherer digitaler Informationsfluss sind deshalb immer wichtiger geworden – und ebenso Wirtschaftstalente, die sicher damit umgehen und beides mitgestalten können.
Das Kerngeschäft im Finanzsektor bleibt, Geld gewinnbringend anzulegen, Kredite zu vergeben und – in der Versicherungsbranche – persönliche und Unternehmensrisiken abzusichern. Dabei stehen Finanzberater:innen in direktem Kontakt mit ihren Kundinnen und Kunden, Fondsmanager:innen müssen entscheiden, wie die für einen Fonds zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel investiert und gestreut werden, um das Kapital der Anleger:innen wachsen zu lassen. Im Investmentbanking begleiten die Finanzexpert:innen auch Unternehmensübernahmen und -fusionen (Mergers & Acquisitions).
Mathematische Methoden
Vor allem in der Versicherungswirtschaft berechnen Aktuare und Aktuarinnen mit versicherungsmathematischen Methoden (etwa mithilfe der Sterblichkeitsrate), mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Ereignisse in Zukunft eintreten. Damit liefern sie zum Beispiel die Grundlage für die Kalkulation von Versicherungsbeiträgen. Risikomanager:innen beraten die Vorstände von Banken und Versicherungen über die möglichen internen wie externen Auswirkungen bei allen wichtigen strategischen Entscheidungen.
Eine weitere Auswirkung der Digitalisierung und des Trends zu nachhaltigem Wirtschaften: Unternehmen müssen hierfür ihre Prozesse neu organisieren und in neue Techniken investieren. Für diese Investitionen sind sie häufig auf Kredite aus dem Finanzsektor angewiesen, der den Wandel auf diese Weise mitgestaltet.
Stationärer Handel und Online-Shops
In der Handelsbranche sorgte die Corona-Pandemie für kräftige Umwälzungen. Die Kundinnen und Kunden haben neue (digitale) Einkaufgewohnheiten entwickelt und wo diese schon vorhanden waren, haben sie sich weiter verstärkt. Zu den großen Herausforderungen der Branche zählt, den stationären Handel und Online-Shops intelligent aufeinander abzustimmen und miteinander zu verknüpfen.
Ziel ist, das Online-Geschäft auszubauen, ohne die stationären Filialen zu vernachlässigen. Denn der stationäre Handel ist kein Auslaufmodell – im Gegenteil, in Österreich gewinnt er gerade wieder an Bedeutung. Laut Branchen-Experten wie dem Spezialisten für Gewerbeimmobilien CBRE Austria ist der E-Commerce-Trend der Pandemiejahre vorerst gestoppt – das heißt, die Onlinekäufe stagnieren auf einem hohen Niveau und die Kund:innen kaufen wieder bevorzugt im Store ein.
Jobs im Verkauf oder in der Zentrale
Für Wirtschaftsabsolvent:innen hält der Handel Einstiegsmöglichkeiten in ganz unterschiedlichen Bereichen bereit, direkt am „Point of Sale“ oder in den Zentralen. Spannende Aufgaben warten etwa in Vertrieb, Einkauf, E-Commerce, Finance und Controlling, Logistik, Category Management, (Online-)Marketing, Kommunikation oder Human Resources.
„Wir sind laufend auf der Suche nach motivierten Ein-, Auf- und Umsteigerinnen und Umsteigern vor allem für die Bereiche Verkauf und Logistik. Hier warten österreichweit aktuell rund 1.500 offene Stellen – so unter anderem in der Regionalverkaufsleitung“, stellt zum Beispiel Bettina Hauser fest, Leiterin des Bereichs Human Resources beim Lebensmitteleinzelhändler HOFER. „Neben unserem Kerngeschäft wachsen auch die steuernden Bereiche stetig. Im HOFER Headquarter warten etwa im Supply Chain Management und in der IT aktuell circa 50 offene Stellen auf engagierte Persönlichkeiten.“
Frühe Leitungspositionen
Gerade Berufseinsteiger:innen lockt die lebendige Handelsbranche mit der Chance, schneller als in anderen Wirtschaftsbereichen Verantwortung zu übernehmen und rasch aufzusteigen. Führungspositionen werden in der Branche traditionell gerne aus den eigenen Reihen besetzt. Wer eine Karriere im Vertrieb startet, hat häufig die Chance, bald eine Bereichsleitung oder die Leitung eines Marktes zu übernehmen.
„Motivierte Young Professionals können etwa nach einem Wirtschaftsstudium direkt bei HOFER einsteigen und rasch eigene Aufgabengebiete übernehmen oder erste Führungsluft schnuppern, zum Beispiel als Regionalverkaufsleiterin oder Regionalverkaufsleiter. In der Regionalverkaufsleitung übernehmen sie als Führungskraft die personelle und wirtschaftliche Verantwortung für fünf bis sieben Filialen und bis zu 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erläutert Bettina Hauser. Einen Einblick in die Aufgaben und Tätigkeiten der Regionalverkaufsleitung können Studierende bei dem Handelsunternehmen schon vor Studienabschluss im Rahmen eines Managementpraktikums erlangen.
Mobilitätskonzepte für die Automobilwirtschaft
Dass die nachhaltige, „grüne“ Transformation der Wirtschaft nicht nur eine Herausforderung für Technik-Spezialist:innen ist, zeigt sich beispielhaft in der Automobilwirtschaft. Ressourcenschonende Autos mit alternativen Antriebssystemen müssen nicht nur entwickelt und produziert, sondern gegen starke internationale Konkurrenz auf dem Markt durchgesetzt werden – vom kleinen Einstiegsmodell bis zum Luxus-E-Geländewagen. Zusätzlich gilt es (auch in Kooperation mit anderen Automobilherstellern), eine effiziente und möglichst günstige Ladeinfrastruktur mit flexiblen Anreizsystemen bei der Preisgestaltung zu etablieren, um die zur Verfügung stehende Energie effizient einsetzen zu können.
Wirtschaftsabsolvent:innen, die hier einsteigen möchten, müssen sich im gesamten Wertschöpfungsprozess in der Automobil- und Zulieferindustrie auskennen – von der Entwicklung und Produktion über Einkauf und Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb. Außerdem müssen sie in der international geprägten Branche die wesentlichen Akteure kennen, mit denen sie gemeinsam intelligente Mobilitätskonzepte kreieren können. Dazu zählen Automobilhersteller und -händler, Zulieferer und Branchendienstleister, aber auch die Energiewirtschaft, Interessenverbände und nicht zuletzt die Politik.
Logistik sichert Lieferketten
In der Logistik geht es ebenfalls um viel mehr als nur den technischen Transport von Gütern. Welche Bedeutung die Branche für eine funktionierende Wirtschaft hat, wurde während der Corona-Pandemie deutlich, als die Lieferketten auch unter erschwerten Bedingungen aufrechterhalten wurden. Aufgabe des Supply Chain Managements ist, die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu optimieren.
Ziel ist, bereichsübergreifend eine möglichst kostengünstige und termingerechte Gestaltung der Prozesse zu erreichen. Dazu müssen Warenwirtschaftssysteme digital gesteuert werden: Automatisierte Prozesse überwachen die Lieferketten, RFID-Technik gewährleistet durch die kontaktlose Identifizierung von Waren den Einsatz selbststeuernder Systeme. Die komplexen Prozesse in der Beschaffung, der Produktion, dem Vertrieb und der Entsorgung werden erst durch eine funktionierende Logistik ermöglicht.
Eine wichtige Voraussetzung für den Einstieg in die Logistik ist prozessorientiertes Denken. Ein gewisses technisches Verständnis sollten Wirtschaftsabsolvent:innen ebenfalls schon mitbringen, besonders hilfreich ist ein Studienschwerpunkt in Logistik. Gute Fremdsprachenkenntnisse sind ebenfalls erforderlich, denn die Logistik funktioniert grenzüberschreitend.
Lernbereitschaft mitbringen
Lernen müssen Wirtschaftsabsolvent:innen auch nach einem erfolgreichen Berufseinstieg. Aufgrund der Umwälzungen in Wirtschaft und Gesellschaft angesichts der digitalen und nachhaltigen Transformation in allen Wirtschaftsbereichen gilt das mehr als je zuvor. „Die Berufswelt ändert sich rasch und wir wissen nicht, wie unsere Jobs in 15 Jahren aussehen werden. Permanente Lernbereitschaft, Prozessverständnis, unternehmerisches Denken und Organisationsfähigkeit stärken den Rücken“, weiß Arbeitsmarktexpertin Axmann. Herausforderungen zu erkennen und sie proaktiv und eigenverantwortlich anzugehen, wird immer wichtiger, um in der beruflichen Laufbahn voranzukommen.
„Bei Bewerberinnen und Bewerbern achten wir besonders darauf, dass die Person ein Teamplayer ist und für die Aufgaben brennt und begeistert ist. Auch Eigenverantwortung spielt eine bedeutende Rolle“, betont Personalleiterin Bettina Hauser. „Neben den fachlichen Qualifikationen sind es diese Eigenschaften, die Studierende schon während ihres Studiums trainieren können und die wir sehr schätzen. Im Rahmen der HOFER Akademie bieten wir unseren Teammitgliedern dann zahlreiche persönliche und fachliche Weiterbildungsmöglichkeiten auch während des Berufslebens.“
Arbeiten im Team
Matthias Schiller hätte sich vor seinem Berufseinstieg nicht vorstellen können, wie viele Lernmomente er bereits in den ersten Monaten nach seinem Start bei Deloitte erleben würde. „Auch das Arbeiten in einem Team mit rund 20 Personen, die einander unterstützen, war für mich eine ganz neue und sehr positive Erfahrung.“
Nach Abschluss seines Master-Studiums plant er, die anspruchsvolle Ausbildung zum Steuerberater zu beginnen. „Ich bin bereits als Berufsanwärter bei der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gemeldet. Nach anderthalb Jahren auf Vollzeitbasis bin ich berechtigt, die ersten Steuerberaterprüfungen zu absolvieren“, schildert er seinen nächsten Karriereschritt.
Praxiserfahrung erwünscht
Beim Berufseinstieg profitieren diejenigen Hochschulabgänger:innen, die während des Studiums schon erste Erfahrungen in Jobs gesammelt haben. Die Unternehmen wünschen sich Wirtschaftsabsolvent:innen, die rasch eigenständig Aufgaben übernehmen können – und das gelingt viel schneller denjenigen, die vor ihrem Berufsstart schon einmal die Abläufe in einem Unternehmen erlebt und mitgestaltet haben.
„Die beste Vorbereitung auf den Berufseinstieg ist, sich mit den Lehrinhalten des Studiums reflektiert auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund macht man ja ein Studium“, sagt Ursula Axmann, die nicht nur Geschäftsführerin des Career Centers an der WU Wien, sondern auch Präsidentin des Dachverbandes der österreichischen Career Services ist. „Studienbegleitende Jobs bieten daneben die optimale Chance, verschiedene Arbeitgeber in kompakter Zeit live zu erleben und darauf die Planung des Berufseinstiegs aufzubauen“, so ihr Rat.







