Die Bewältigung der Umwelt- und Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen entwickeln nachhaltige Lösungen für die drängendsten Umweltprobleme. Dafür suchen sie Talente, die Leidenschaft für den Umweltschutz mitbringen und die Zukunft aktiv mitgestalten möchten.

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„Dass die EU bis 2050 klimaneutral sein soll, bedeutet eine massive Transformation für die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft“, stellt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC auf ihrer Website fest. Tatsächlich ist Nachhaltigkeit viel mehr als nur ein Trend – die nachhaltige Transformation der Wirtschaft wird längst als dringende Notwendigkeit erkannt. Innovative Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen arbeiten deshalb an den Lösungen der Zukunft, um die Umwelt- und Klimakrise zu bewältigen.

Das gilt auch für die Firmen hierzulande. „In Österreich sehen wir einen Schwerpunkt auf großen und mittleren Industrieunternehmen sowie Banken und Versicherungen, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen müssen. Denn letztlich geht es um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen für die nächsten Jahrzehnte – und das betrifft jeden einzelnen“, betont Nicole Senycia, Beraterin und Senior Associate ESG & Sustainability Services bei PwC.

In grüne Zukunft investieren

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Angesichts der Herausforderungen dieser „grünen Revolution“ in der Wirtschaft benötigen die Unternehmen dringend Fachkräfte, die bereit und in der Lage sind, sie anzunehmen und zu bewältigen. Der Bedarf an Hochschulabsolvent:innen steigt in diesen Bereichen deutlich. Laut dem „Green Skills Data Report“ der Karriere-Plattform LinkedIn wächst die Nachfrage an Akademiker:innen vor allem im Energie- und Automobil-Bereich.

Doch viele weitere Branchen wollen und müssen in eine grüne Zukunft investieren – und suchen deshalb immer intensiver nach Fachkräften, die entsprechende Fähigkeiten erworben haben. Die UN-Organisation UNIDO (United Nations Industrial Development Organization) definiert diese dringend notwendigen „Green Skills“ als „Kenntnisse, Fähigkeiten, Werte und Einstellungen, die erforderlich sind, um in einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Gesellschaft zu leben, sie zu entwickeln und zu unterstützen“.

Vorteil auf dem Arbeitsmarkt

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Ein wachsendes Bewusstsein für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie erfolgreiches Werben um die besten Talente werden deshalb zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil – auch auf dem Arbeitsmarkt. Denn auch für gut qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber werden die Themen ein immer wichtigeres Kriterium beim Vergleich von Unternehmen.

Bei einer Umfrage der Jobbörse Stepstone in Deutschland bezeichneten mehr als zwei Drittel der befragten Arbeitnehmer:innen Nachhaltigkeit als einen zentralen Aspekt bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Mehr als ein Drittel wäre demnach sogar bereit, ein unterdurchschnittliches Gehalt in Kauf zu nehmen, um für ein nachhaltig ausgerichtetes Unternehmen zu arbeiten. Und für ausgewiesene Umweltsünder möchte ohnehin kaum noch jemand tätig sein.

Wachstum durch „Green Jobs“

„Grundsätzlich reflektieren unsere Studierenden die potenziellen Arbeitgeber sehr kritisch. Environmental-, Social- und Governance-Aktivitäten nehmen sie dabei genau in Augenschein“, stellt Julia Hainitz fest, Geschäftsführerin des Career Centers der Technischen Universität Wien. „Dabei ist nicht nur Nachhaltigkeit per se relevant, der Großteil der Studierenden sucht eine Tätigkeit, in der sie etwas tun können, was sie als sinnvoll empfinden, oder wodurch sie einen Impact in der Gesellschaft erreichen können. Unternehmen müssen sich also zunehmend bei den Talenten bewerben.“ So mausern sich die „Green Jobs“ zu einem der großen Wachstumsbereiche der Wirtschaft. Neben der im Inland erzielten Wertschöpfung bringen sie einen enormen Schub für das technologische Know-how im eigenen Land und machen die Volkswirtschaft weniger krisenanfällig.

Das Thema Nachhaltigkeit war auch für Sandra Stadler ein maßgebliches Kriterium bei der Wahl ihres aktuellen Arbeitgebers. Sie absolviert derzeit ein 18-monatiges Traineeprogramm beim Energie-, Verkehrs- und Telekommunikationsdienstleister Salzburg AG. „Neben dem Bereich Change Management, in dem ich bereits berufliche Erfahrungen sammeln konnte, bot das Programm die Möglichkeit, eine Station im Bereich ‚Nachhaltigkeit – Corporate Responsibility‘ zu verbringen. Ich sagte direkt zu, da mich dieses Thema seit meinem BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Leadership & Organization und den Berührungspunkten mit Corporate Social Responsibility (CSR) besonders interessiert“, erklärt die Absolventin der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Innovative Lösungen

„Für mich war ausschlaggebend, dass das Unternehmen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus an innovativen Lösungen im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz arbeitet und sich hier aufrichtig engagiert. Diese Botschaften wurden auch während des Bewerbungsprozesses klar vermittelt“, so die 29-Jährige. Unter anderem arbeitet die Salzburg AG derzeit am Ausbau der Stromnetze und an der Umstellung auf eine 100%ige Versorgung mit erneuerbaren Energien. Um den wachsenden ökologischen Herausforderungen gerecht zu werden, sucht das Unternehmen vermehrt Absolvent:innen mit Kenntnissen und Fähigkeiten im Bereich der nachhaltigen Energieerzeugung und -distribution.

Der jeweilige Fokus der Unternehmen bei der nachhaltigen Transformation hängt von der Branche und ihren Schwerpunkten ab. Dabei wird ohne Digitalisierung und technologischen Fortschritt die Energiewende nicht gelingen. Innovation und neue Technologien spielen eine entscheidende Rolle. „Wir merken, dass Innovationen dort am besten gelingen, wo eine technologische oder organisatorische Lösung auf ein Marktpotenzial trifft. Die einen arbeiten an Lösungen zur Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen, andere fokussieren sich auf Themen wie Kreislaufwirtschaft und Schonung von Ressourcen, wieder andere beginnen, sich im Bereich der Biodiversität zu vertiefen. Ein weiterer wesentlicher Teil ist der soziale Bereich“, erläutert PwC-Consultant Nicole Senycia. Lösungen im Environmental Social Governance (ESG, für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) seien immer auch Wettbewerbschancen.

Kennzahlen und Reporting

Schwerpunkte in der Arbeit von Trainee Sandra Stadler liegen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der EU-Richtlinie CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), die aktuell viele Unternehmen intensiv beschäftigt, und im Bereich Kommunikation. Außerdem beschäftigt sie sich mit dem Screening neuer Gesetzesentwürfe und Trends und erstellt Benchmarks. „Es schlagen laufend neue Themen auf und ich lerne viel dazu – von der Nachhaltigkeitsberichterstattung über den CO2-Fußabdruck bis hin zu künftigen Richtlinien wie der Green Claims Directive, die Greenwashing-Strategien verhindern soll. Langweilig wird es nie, da sich in diesem Bereich derzeit sehr viel tut.“

Aufgrund der neuen regulatorischen Anforderungen im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung geht es bei den Projekten in den Unternehmen nicht nur um den Einsatz hochmoderner Technologien, viele Aufgaben sind Reporting-bezogen. „Der Aufbau eines prüffähigen Kennzahlensystems und einer Nachhaltigkeitsberichterstattung, die der finanziellen Berichterstattung gleichgestellt werden soll, ist ein großes Thema. In weiterer Folge wollen Unternehmen ihre Kennzahlen aber auch verbessern“, so Nicole Senycia. „Hier beginnt die Transformation in allen möglichen Themen: im Umweltbereich (Energie, Emissionen, Umweltverschmutzung, Wasserverbrauch, Biodiversität und Ressourcennutzung) wie im Sozialbereich (eigene Belegschaft, Menschen in der Lieferkette, betroffene Gemeinschaften sowie Konsumenten).“

Dies führt im Consulting und in der Wirtschaftsprüfung zu einem besonderen Bedarf an Fachexpert:innen. „Durch die Transformation und die wachsenden Herausforderungen, die auf die Unternehmen zukommen, ist aber natürlich auch in der Industrie der Bedarf sehr groß“, so die PwC-Beraterin.

Transparenz schaffen

Für Sandra Stadler von der Salzburg AG besteht ein wichtiger Beitrag darin, Transparenz zu schaffen. Zunächst war sie überrascht, welch hohe Bedeutung Daten und deren Messung im Bereich Nachhaltigkeit zukommt. „Präzise Daten zu sammeln und zu analysieren, macht einen wichtigen Teil der Arbeit aus – und mit der Zeit habe ich auch erkannt, warum das so wichtig ist. Durch die Kennzahlen, die wir erheben, werden bestimmte Vorstellungen zum Thema Nachhaltigkeit mit Zahlen, Daten und Fakten belegt, auch bei sozialen Fragen“, so die BWL-Absolventin.

„Auf Basis dieses Status quo kann das Unternehmen erkennen, wo Wechselwirkungen zwischen unseren Geschäftstätigkeiten und beispielsweise dem Klimawandel liegen – also wie sind wir davon betroffen und in welcher Weise wirken wir selbst darauf ein?“ Durch die Betrachtung der Risiken und Auswirkungen lassen sich wiederum zielgerichtet Maßnahmen ableiten. „Das ist sehr spannend, gerade in einer Branche, die mit viel Engagement an die Energiewende herangeht“, hebt Sandra Stadler hervor.

Komplexe Herausforderungen

Die Anforderungen an Berufseinsteiger:innen haben sich mit der digitalen und nachhaltigen Transformation bereits gewandelt. Die Herausforderungen sind komplexer geworden, Fachwissen in einem Nischenbereich mitzubringen, reicht nicht mehr aus. Neben fachlichem Know-how sind verstärkt Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, interdisziplinäres Denken, Teamorientierung und ein ausgeprägtes Bewusstsein für nachhaltige Lösungen begehrt. „Hinsichtlich der Soft Skills sehen wir es als notwendig an, interdisziplinär und lösungsorientiert zu arbeiten und Ruhe zu bewahren, wenn es heißt, unter Zeitdruck Aufgaben zu erledigen“, erklärt Nicole Senycia. „Bei den Hard Skills ist eine große Bandbreite an Wissen und Fähigkeiten sowohl im wirtschaftlichen als auch im technischen und Umweltbereich sehr gefragt.“

Dafür wartet auf die Berufseinsteiger:innen viel Abwechslung bei den Aufgaben. „Die Themen sind so aktuell, dass viele Prozesse noch nicht definiert sind und aktiv mit aufgebaut und gestaltet werden können. Und durch die Querschnittsfunktion von Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen entwickelt man mit der Zeit ein besonderes Verständnis dafür, wie die Bereiche verknüpft sind und interagieren – man ist sehr nah dran am aktuellen Geschehen“, berichtet Sandra Stadler.

Nachholbedarf an Hochschulen

In ihren Fachgebieten sind die Absolvent:innen der Unis und FHs für diese Aufgaben meist gut aufgestellt. Was das Thema Nachhaltigkeitsmanagement angeht, sieht die PwC-Expertin Nicole Senycia allerdings Nachholbedarf. „An vielen Unis sind die Fächer mit Nachhaltigkeitsbezug freiwillig. Ein Teil der Absolvent:innen hat dann den ein oder anderen Kurs etwa im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement besucht, tiefer gehende Expertise bringen sie jedoch nur zum Teil mit.“

Wichtig wäre aus ihrer Sicht eine Ausrichtung und Standardisierung der Inhalte an den geltenden Normen und Richtlinien. „Man sieht aber, dass sich viele junge Menschen sehr für das Thema interessieren und sich selbst in dem Bereich vertiefen. Und wir merken, dass aufgrund des hohen Interesses der Studierenden das Thema an den Hochschulen zunehmend ausgebaut wird“, so ihre Beobachtung.

Veränderung bestehender Strukturen

Auch Sandra Stadler war aufgrund ihres Studienhintergrunds keine Expertin im Bereich Nachhaltigkeit, als sie bei der Salzburg AG ihr Traineeprogramm begann. „Ich interessierte mich jedoch stark für dieses Thema und lernte innerhalb kurzer Zeit viel dazu – etwa über die teils komplexen EU-Vorgaben hinsichtlich Nachhaltigkeit, den Aufbau neuer Strukturen und Prozesse in Unternehmen oder Stakeholder Management.“

In ihrem Studium setzte sie sich intensiv mit den Themen Projekt- und Change Management auseinander. „Change Management liefert verschiedene Konzepte, Wissen transparent zu vermitteln und Leute dort abzuholen, wo sie stehen, und mit auf die Reise zu nehmen. Das hilft mir bei der täglichen Arbeit, da Nachhaltigkeit Veränderungen der bestehenden Strukturen und Prozesse sowie der Denk- und Verhaltensmuster in einer Organisation erfordert.“

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