Am 15. Mai 2015 erscheint die neue Platte von Lena Meyer-Landrut. Sie trägt den schönen Namen „Crystal Sky“ und ist bereits das vierte Studioalbum der Sängerin. Grund genug, Lena kurz vor dem Release im Innenhof des Hotel Triest in Wien zu treffen. Neben einem Plausch über das Album sprachen wir außerdem noch über Musik, die sie beeinflusst, über ihre bevorstehende Tour und darüber, dass Vergleiche mit anderen Künstlern eigentlich doof sind.

Hallo Lena, gut in Wien angekommen?

Ja, ich fahre aber heute leider schon wieder.

Dein nächstes und viertes Studioalbum „Crystal Sky“ erscheint ja am 15. Mai – schon aufgeregt?

Ehrlich gesagt ja. Aber mittlerweile nicht mehr so sehr wie vor ein paar Wochen. Seitdem das Album fertiggestellt ist, habe ich schon ein paar Resonanzen bekommen. Ein paar Leute haben gesagt „finden wir ganz gut“, andere haben gesagt „mega geil“. Dadurch ist die Aufregung ein bisschen abgeklungen. Aber wenn man noch so gar nicht weiß, wie die Leute darauf reagieren, dann ist es auf jeden Fall extrem schlimm.

Aber cool, wenn die ersten Reaktionen gut waren.

Ja, zum Glück (lacht).

Wie war denn die Aufnahme vom Album und wo habt ihr aufgenommen?

Geschrieben habe ich in Los Angeles, London und in Berlin. Aufgenommen haben wir hauptsächlich in Berlin. Und produziert wurde es von zwei Produzenten in Berlin und Brighton. Und das war alles sehr schön.

Ich habe gelesen, dass ganz viele Leute mit großen Namen im Aufnahmeprozess involviert waren. Wie kam es zu den ganzen interessanten Zusammenarbeiten?

Die Plattenfirma fragt immer Leute an: „Hey, wir haben hier eine Künstlerin und das haben wir bis jetzt gemacht. Hört euch das mal an. Habt ihr darauf Bock?“ Manche sagen dann nein und manche sagen ja.

Und dann warst du froh?

Und dann war ich froh, über die, die ja gesagt haben, genau (lacht).

Die erste Single „Traffic Lights“ läuft ja bereits rauf und runter. Warum hast du dich dazu entschieden, gerade dieses Lied als erste Single zu veröffentlichen?

Ich gebe die Verantwortung immer an die Plattenfirma ab und sage dann „Ihr sucht das aus und wenn es scheiße läuft, seid ihr Schuld“ (lacht). Klar ist natürlich eine Absprache passiert und ich fand das Lied eh auch gut.

Bedeutet dir der Song mehr als andere auf dem neuen Album?

Nein, das Lied habe ich nämlich nicht selbst geschrieben. Deswegen hat der Song keinen großartigen emotionalen Hintergrund für mich. Aber ich liebe das Lied und finde es super.

Es ist übrigens ein sehr krasser Ohrwurm. Danke dafür.

Sehr gut, so soll es auch sein (lacht).

Im Video dazu tanzt du ja auch sehr beeindruckend. Wie kam es denn dazu, hattest du einfach mal Bock darauf?

Ich habe früher Ballett getanzt. Und dann haben mich die Produzenten gefragt, ob ich tanzen möchte. Da habe ich sofort ja gesagt und es gemacht.

Wenn man sich das neue Album anhört, hat es mehr elektronische Elemente als deine früheren Alben. Hörst du selbst auch solche Musik?

Ja, ich höre eigentlich alle möglichen Arten von Musik. Aber das ist auf jeden Fall die Richtung, die mir am meisten gefällt. Ich mag gerne diese Pop-Elektronik wie Calvin Harris usw. Ich bin sowieso voll die Pop-Hörerin und das Mainstream-Opfer. Deswegen finde ich das auch ganz toll und freue mich, dass das Album so geworden ist.

Der Song „All Kinds Of Crazy“ vom neuen Album ist vom Text her sehr positiv. Das Lied ist aber trotzdem nicht so der typische Gute-Laune-Song. War das so beabsichtigt?

Es war auf jeden Fall beabsichtigt, auf dem Album nicht so Happy-Go-Lucky-Haha-Alles-Ist-Toll-Laune zu verbreiten. Es war schon dieser angedunkelte, stimmungsvolle, moody-mäßige Sound geplant.

Ich habe auch schon ein Lieblingslied vom neuen Album – „Beat To My Melody“.

Ja? Oh danke. Ich liebe dieses Lied auch. Das habe ich in London geschrieben.

Beim Song „Catapult“ ist ja die großartige Little Simz mit dabei. Wie kam es denn zu dem tollen Featuring?

Kat Vinter und ich haben den Song gemeinsam als Duett geschrieben. Und wir suchten noch eine Bridge dafür, die unbedingt jemand rappen musste. Dann hat unser Verlag Little Simz einfach gefragt; sie fand es geil und hat es gemacht. Es ist mein absolutes Lieblingslied vom Album.

Wenn man sich über dein neues Album informiert, liest man immer wieder den Namen einer anderen Musikerin. Den Namen will ich jetzt gar nicht erwähnen, weil du bestimmt schon die Schnauze voll davon hast.

Das kann sein (lacht).

Ich wollte von dir wissen, wie du solche Vergleiche generell findest. Auf der einen Seite sind sie ja gut, aber auf der anderen eher schlecht, weil sie oftmals einen Verlust von Individualität bedeuten. Wie findest du das?

Verglichen zu werden mit jemandem, der groß ist, ist – wie du schon sagst – auf der einen Seite gut, weil man dann offensichtlich auch gut ist. Auf der anderen Seite will man natürlich für seine eigene Kunst wahrgenommen werden und nicht als Kopie von jemandem, was ich ja definitiv nicht bin.

Ich finde, wenn man sich mal mehr als zwei Lieder vom Album anhört, hinkt der Vergleich auch sehr.

Ja, auf jeden Fall (lacht). Vielleicht liegt es auch einfach nur an dem Wissen von anderen Leuten, die einfach nicht den Plan haben, wo die Unterschiede liegen. Das ist also eine helle Frauenstimme mit elektronischen Beats, ja das klingt ja wie … Ist okay, aber mein Anspruch war auf jeden Fall nicht, dass ich so klingen will wie …, sondern so wie ich.

Am 23. Mai findet ja der Eurovision Song Contest in Wien statt. Was aber für dich vermutlich noch viel wichtiger ist, ist dein Geburtstag an dem Tag.

Ja, genau (lacht). Da freue ich mich schon sehr darauf.

Was feierst du mehr an diesem Tag?

Ich trete in Hamburg auf der Reeperbahn auf. Also ich bin auf jeden Fall im ESC-Rahmen unterwegs, aber hauptsächlich werde ich meinen Geburtstag feiern.

Ist schon eine Tour zum Album geplant?

Im Oktober gehe ich auf Deutschland-Tour. Aber es ist auf jeden Fall geplant, dass nächstes Jahr im Frühjahr eine nächste und größere Tour stattfindet. Und ich hoffe, dass ich dann mal nach Österreich kommen kann.

Dann können sich die Fans in Österreich auch mal auf dich freuen.

Ja, ich fände das auch mal ganz gut.

Du warst ja auch erst einmal hier in Wien, stimmt’s?

Ja, erst einmal. Dann wird’s auf jeden Fall Zeit (lacht).

Sehen wir auch so – danke für deine Zeit und das tolle Gespräch!

Bilder: © Elisabeth Voglsam

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