Hip Hop boomt dieser Tage in den Charts und Medien wie schon lange nicht mehr. Auch die österreichische Szene brauch sich mit namhaften Vertretern wie Chakuza, Nazar oder Gerard nicht verstecken. Höchste Zeit, dass sich auch einer mal wieder musikalisch zu Wort meldet, der genau diese Entwicklung vorangetrieben hat: Ansa, seines Zeichens Kopf von Die Vamummtn. Nach Mixtapes und Album mit Die Vammumtn, kommt nun mit „Ansa unta Millionan“ sein erstes Soloalbum. Warum das locker fast ohne Features auskommt, wieso Haftbefehl gefeiert gehört und wie man mit einem Burger weniger essen die Hip Hop Szene ein bisschen retten kann, hat Ansa uns in einem netten Gespräch verraten.

„Ansa unta Millionan“ – Ansa unter Millionan Battle Rappern? Ansa unter Millionan Gangster Rappern? Ansa unter Millionan Realkeepern? Unter welchen Millionen bist du denn da genau?

Einfach Ansa unta Millionan normalsterblichen Musikern, würd ich mal sagen. Real keep ich nur mich. Ich komm vom Battlerap, wobei ich das mehr auf Technik und Wortspielereien auslege, anstatt in die Schlacht zu ziehen.

„Das Enfant Terrible des österreichischen Raps ist zurück!“ heißt es gleich zu Beginn deines Pressetextes – was genau macht dich zum terriblesten Enfant von allen?

Das müsstest du den Verfasser vom Pressetext fragen, aber ok, ich google mal schnell nach, haha. Nein, ich hab mir den Titel nicht selbst gegeben. Hat wohl was mit der Laufbahn der Vamummtn zu tun.

 „Ansa unta Millionan“ ist ja bekanntlich dein erstes Soloalbum, wie lange hast du dran gearbeitet, gefeilt, geplant?

Geplant hab ich es nie, Solonummern schon eh und je geschrieben. 2011 hatte ich schon einige beisammen, da kam dann auch das erste Mal der Gedanke, ein Soloalbum zu releasen. War dann aber zeitlich mit die Vamummtn noch nicht realisierbar, da wir sehr oft auf Tour waren. Vergangenes Jahr war dann erstmal unser Studio wegen Übersiedeln lahmgelegt, in der Zeit konnte ich viel schreiben. Das meiste an Songs habe ich aber im im letzten dreiviertel Jahr geschrieben und aufgenommen. Ich habe auch 2013 mit neuen Produzenten zusammengearbeitet, die mir genau den Sound lieferten, den ich gesucht hab. Danke an Sonny Blake, D-Rush, Playabeatz etc., dass ihr mir die nötige Motivation gegeben habt, alles unter Dach und Fach zu bringen. Und jetzt wars einfach an der Zeit, das Album zu releasen.

Das ganze Album hat einen sehr internationalen, UK- /US-lastigen Sound. Orientierst du dich bei den Jungs über dem Atlantik bewusst oder ist das, was da geht, für dich nicht relevant?

Orientieren würde ich es nicht nennen, aber ich höre ja nicht nur mich selber. Ich habe versucht, von allem, was ich gerade feiere, etwas einfließen zu lassen. Zwei Beats auf dem Album kommen auch aus England. Fände es auch schade, nach wie vor den Sound aus den 90-ern zu bringen. Ich bin da ganz klar für eine zeitgemäße Weiterentwicklung.

Beobachtest du die deutschsprachige Rapszene (wer mit wem Beef hat, wer mit wem ins Studio geht oder sich ne Goldplatte rauslässt) oder lässt du das lieber außen vor?

Man bekommt es mit. Sogar wenn es einen nicht interessiert. Wer Gold in Deutschland bekommt, ist mir egal, aber es sei jedem vergönnt. Ich mach österreichische Musik, Gold ist hier nicht wirklich ein Thema. Anders wäre es, wenn die Hörer das Album auch wirklich kaufen würden. Das gilt aber für österreichische Musik allgemein. Würde uns auf jeden Fall guttun. Also, jeder der Musik feiert, KAUFEN – zum Beispiel durch nur ein Mäci Menü einsparen, ist noch dazu gesund und dafür hat man seinen Artist supportet!

Haftbefehl gibst du auf „Hirnsturm“ Props. Wäre das jemand, mit dem du auch gerne mal zusammenarbeiten würdest? Und wäre das, was Haftbefehl unter seinem Label und Movement Azzlackz aufgebaut, auch etwas, das du dir unter deiner „Schirmherrschaft“ in Österreich vorstellen könntest?

Ich zitiere Haftbefehl sogar noch auf nem zweiten Track. Warum? Weil ich ihn feiere! Ist für mich auch so eine Art Mundart Rapper. Außerdem mag ich den Humor in den Tracks und in den Interviews. Zusammenarbeiten….. natürlich, aber nur, wenn es sich ergeben würde. Ein großes Movement in Österreich aufzubauen, ist meiner Meinung nach noch nicht möglich, die Szene ist einfach zu klein dafür.

Wenn wir gerade beim Thema sind – was sagst du zur aktuellen  Entwicklung der österreichischen Hip Hop Szene, die sich mit Jungs wie RAF, Chakuza, Nazar, Joshimizu, (Left Boy), immer mehr in den vorderen Plätzen der Charts platziert? 

Je mehr, desto besser für die Szene und je höher die Chartplatzierung, desto mehr Medieninteresse. Das ist übrigens meiner Meinung auch der einzige wichtige Punkt, wenn es um gute Chartplatzierungen geht.

Auf „Kindergarten Cop“ geht es um deine Hass-Liebe zum Hip Hop und auch dessen Protagonisten, was wäre deine Wunschvorstellung der Hip Hop Szene?

Es würde schon reichen, wenn alle Beteiligten das Ganze nicht so engstirnig sehen würden… . 

Für ein Hip Hop Album dieser Tage hast du erstaunlich wenige Features, nur Sunny auf „Hater“ und „RIP“, was dem Ganzen irgendwie einen sehr persönlichen Charakter gibt. Zufall oder wolltest du es dieses Mal wirklich so richtig alleine durchziehen?

Nachdem wir bei den Vamummtn Mixtapes und dem Album immer Features ohne Ende hatten, wollte ich beim Soloalbum grundsätzlich überhaupt kein Feature. Die zwei Tracks mit Sunny waren aber vorhanden und passen auch super zum Gesamtbild. Außerdem passend, da ich ja mit Sunny ein gratis Mixtape vor einem Jahr gemacht hab (Gibt’s noch immer for free auf richtigrealarap.at zum Download).  

Wie gehts jetzt 2014 bei dir weiter? Hip Hop Österreich noch ganz erobern und dir den nächsten Amadeus Award ins Regal stellen?

Ach, nach dem ersten Amadeus hatten wir nichtmal irgendwo ein Interview, wenn ich mich richtig erinnern kann. Ich bin kein Hellseher, und was kommt, das kommt. Jetzt schau ich mal, wie das Album ankommt, dann geh ich damit auf Tour und da der Albumstress jetzt bald vorbei ist, werden wir wieder an Vamummtn Tracks arbeiten. Und nochmal zu Hip Hop nach vorne bringen: einmal weniger nen Burger reinknallen und dafür ein Album vom Artist eurer Wahl kaufen. In dem Fall jetzt wärs am Besten, wenn ihr meins kauft (lacht).

„Ansa unta Millionan“ von Ansa erscheint am 7. Februar 2014 via Irievibrations Records.

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