Angereist aus ihrem Wochenendhäuschen in der „Fickt-Euch-Allee“ kamen am 23. Januar 2016 die lieben Grossstadtgeflüster nach Wien. Am Abend feierten sie in der Hauptstadt in der Ottakringer Brauerei den Geburtstag von Radio FM4. Mit dabei hatte die Band ihre gewohnt gute Laune und ihre aktuelle EP „Episode 1“, die seit November vergangenen Jahres erhältlich ist. Wir haben das Elektro-Pop-Punk-Trio aus Berlin – bestehend aus Jen (Gesang), Raphi (Keyboard) und Chriz (Schlagzeug) – vor ihrem Auftritt zum Interview getroffen.

Wie geht es euch denn erstmal, seid ihr gut angekommen?

Jen: Ja, wir sind für die Wetterverhältnisse ganz gut angekommen.

Raphi: Wir sind ja erstmal „nur“ aus Pfarrkirchen angereist, nicht aus Berlin. Das ist ja nicht so weit weg. Dort haben wir gestern noch eine Show gespielt. Deswegen hatten wir heute nur mehr die Hälfte der Strecke, die sich aber wegen des Schneesturms wie das Doppelte angefühlt hat. Aber wir sind glücklich und voller Vorfreude auf die Dinge, die heute Abend passieren werden.

Ihr spielt ja oft in Wien. Habt ihr eine besondere Beziehung zu Wien, oder warum zieht es euch immer wieder hier her?

Jen: Wien ist eine Stadt, , die uns schon sehr früh mit sehr weit aufgerissenen Armen empfangen hat – natürlich auch wegen des Supports von FM4, der damals einer der ersten Radiosender war, der einen Song von uns gespielt hat. Wien war eine der ersten Städte, die sich für uns interessiert hat. Wir haben sehr schöne Erinnerungen von Tag Eins an und jedes Mal, wenn wir wieder herkommen, denken wir wieder „Wow, ihr seid ja immer noch da“.

Raphi: In Wien war das erste ausverkaufte Grossstadtgeflüster-Konzert, damals im B72.

Wisst ihr noch, was das für ein Song war, den sie erstmals gespielt haben?

Jen: „Ich muss gar nix“ war das. Der Sender war einfach der einzige Sender, der keine Angst vor dem F-Wort hatte.

Euer erstes Album kam vor zehn Jahren raus. Was hat sich denn seitdem für euch am meisten verändert in der ganzen Zeit?

Jen: Nach den Auftritten tut alles ein bisschen mehr weh und man braucht länger, um so eine durchgemachte Nacht wieder gerade zu kriegen. Nein, Scherz, wir sind einfach älter geworden mit allen Höhen und Tiefen. Unsere Band hat eine Geschichte und unser Miteinander auch. Innerhalb der letzten zwölf Jahre ist etwas in unser Leben getreten, das ich „Entspanntheit“ nenne würde.

Chriz: Wenn man sich alte Fotos von uns anschaut, merkt man, dass sich nicht nur der Geist, sondern auch das Bindegewebe entspannt hat.

 

Vier Alben später kam ja im Herbst 2015 eure aktuelle EP „Episode 1“ mit dem Hit „Fickt-Euch-Allee“ raus. Dieser Schriftzug steht ja, glaube ich, auf einem Club in Kreuzberg, stimmt’s?

Jen: In der Schlesischen Straße über dem Lido, genau.

Wisst ihr, wer das draufgeschrieben hat?

Jen: Keine Ahnung, leider. Sonst würde ich den jetzt umarmen.

Habt ihr das irgendwann gelesen und dachtet euch, daraus muss ein Song entstehen?

Jen: Ich glaube, da ist jeder von uns schon drei Milliarden Mal lang gelaufen, aber es war jetzt nicht so, dass wir das gesehen haben und gesagt haben: „So, jetzt machen wir mal einen Song daraus„. Diese Zeile war einfach irgendwann da in unseren Köpfen und wir dachten uns: „Moment, das kennen wir doch irgendwoher„. Aber vielen Dank an der Stelle nochmal an den unbekannten Künstler.

Ihr wart ja mit dem Song bei „Circus Halli Galli“ oder bei Visa Vie „Zum Goldenen V“ zu Gast. Wie war das für euch, dass dieser Titel so krass durch die Decke ging?

Chriz: Das war halt auch deswegen so toll, weil „Circus Halli Galli“ bei uns angefragt hat. Da haben wir uns echt sehr darüber gefreut. Wir sind ja selber so Menschen, die nicht wirklich viel Bock darauf haben, zu solchen Dingen zu gehen. Wir mögen aber Joko und Klaas total gerne. Das war unglaublich toll, dass sowas passiert.

Jen: Und Visa Vie ist auch eine alte Bekannte von uns. Deswegen hat das gut gepasst, dass wir zusammen was machen und in ihre neue Sendung kommen.

Im Video zu „Fickt-Euch-Allee“ sind ja eine Menge toller Leute zu sehen, zum Beispiel Jennifer Weist, Marteria, Elif, Torsun von Egotronic oder Miss Platnum, um nur einige zu nennen. Das sind ja alles Freunde beziehungsweise zumindest Bekannte von euch, oder?

Jen: Zum Großteil wirklich Freunde, ja, zum Teil halt auch Mukker-Bekanntschaften, es ist ja alles ein Dorf. Alle, die man in dem Video sieht, machen das ja schon ein Weilchen. Und wir hatten mit allen Leuten irgendwann mal irgendwie musikalisch zu tun beziehungsweise gibt es zu allen eine zwischenmenschliche Geschichte.

Habt ihr den Leuten im Video bestimmte Textzeilen zugewiesen oder konnten sie es sich aussuchen, was sie performen?

Jen: Wir haben einfach den Leuten Bescheid gesagt. Und wir dachten uns, wenn wir uns das Video in 20 Jahren mal anschauen, ist das wie ein Poesiealbum. Die Menschen im Video gehören zu dieser Epoche unseres Lebens dazu. Wir haben einfach gefragt, ob sie Bock haben und ihnen gesagt: „Macht irgendwas“. Um ehrlich zu sein haben wir nie damit gerechnet, dass die Leute so schnell so einen geilen Scheiß zurückschicken. Wir haben uns vorher auch keine Gedanken darum gemacht, wir haben ihnen nur gesagt: „Macht einfach irgendetwas, worauf ihr Bock habt„.

Raphi: Ein paar von den Videos, die uns zugeschickt wurden, waren in sich so gut, dass wir überlegt haben, ob das nicht einfach das fertige Musikvideo sein soll.

Könnt ihr schon verraten, wann die nächste EP „Episode 2“ erscheint?

Jen: Auf jeden Fall noch dieses Jahr.

Raphi: Wir wollen sie erst rausbringen, wenn wir richtig zufrieden sind. Das sind wir aber noch nicht. Wir wissen im Moment noch nicht mal, welche Songs draufkommen. Vielleicht schaffen wir es im Frühjahr, realistisch schaffen wir es im Sommer. Es kann aber auch sein, dass wir es erst noch später schaffen. Die Leute müssen einfach aufmerksam bleiben.

Was hat euch überhaupt dazu bewegt, kein „klassisches“ Album rauszubringen, sondern mit den EPs häppchenweise eure Songs zu veröffentlichen?
Jen: Wir sagen da ganz gerne: „Wir wollen die Scheiße raushauen, solange sie noch dampft“. Das Album-Denken passt gerade nicht zu uns, wenn wir zwei oder drei Jahre Songs hin- und herwälzen und an einem Tag alle rausbringen müssen. Und die Songs, die schon zwei Jahre alt sind, sollen sich dann noch frisch anfühlen, tun sie aber für uns zumindest erstmal nicht mehr. Das ist dann halt mit Charts und Durchbruch und so weiter nicht kompatibel, aber das geht uns eh alles am Arsch vorbei. Demnach lieber öfter was Neues rausbringen und mehr Gründe haben, Konzerte zu spielen.

Wir es dieses Jahr noch eine GSGF-Tour geben?

Raphi: Wir spielen viele Festivals im Sommer.

Chriz: Man kann davon ausgehen, dass wir im späteren Herbst wieder eine Clubtour machen. Und für Wien gibt es bestimmt wieder eine Überraschung.

Ein paar Stunden später standen dann die sympathischen Grossstadtgeflüster auf der Bühne in der ausverkauften Ottakringer Brauerei. Bei ihrem Auftritt versprühte die Band jede Menge Hits, Konfetti und Freude. Hach, immer wieder schön mit euch!

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