Mit einer exotischen Mischung aus klassischen Kompositionen, modernen Dubstep-Rhythmen und progressiven Tanzelementen schaffte YouTube-Star und Violinistin Lindsey Stirling ein völlig neues Genre und überzeugt seither die Massen. Am 6. Juni war die 26-Jährige erstmals für ein Konzert in der Arena Wien. Im Rahmen ihrer Promo-Tour machte sie im Vorfeld schon einmal Station in Wien und präsentierte vor ausgewählten Medien ein Showcase. Uns stand die sympathische US-Amerikanerin im The Ring Hotel auch für ein Interview zur Verfügung!

Du wurdest vom einfachen YouTuber zum Weltstar. Plötzlich bist du überall in den Medien – ob im Fernsehen, in den Zeitungen oder auf Spotify. Wie hast du das geschafft?

Oh wirklich? Naja, YouTube ist eine großartige Sache. Es ist verrückt, mein Konzert hier in Österreich ist beispielsweise schon ausverkauft, obwohl ich noch nie zuvor in Wien war. Es ist unglaublich, wie das Internet dazu beiträgt, weil Leute meine Videos teilen und auf Facebook posten. Und als mein Album jetzt vor einigen Monaten von Universal Music veröffentlicht wurde, war das auch noch einmal eine große Hilfe, meine Musik zu verbreiten. Das ist alles wirklich aufregend und irgendwie verrückt!

Wie wichtig war YouTuber Devin Supertramp für deine Karriere?

Devin Supertramp war extrem wichtig für meine Karriere. Ich kann ihm gar nicht genug für alles danken, was er für mich getan hat! Er war derjenige, der mir YouTube überhaupt erst gezeigt hat. Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass YouTube eine Plattform ist, um seine Kunst zu teilen, bis ich ihn kennengelernt habe und er mir seinen Channel gezeigt hat. Als er mir erklärt hat, wie man ein professioneller YouTuber wird, dachte ich nur „WAS, WIRKLICH?“. Es war eine ganz neue Welt für mich. Und dann hat er anfangs auch noch meine Musikvideos gefilmt – wahrscheinlich sogar meine ersten 15 Videos. Er ist einer meiner besten Freunde, auch wenn wir beide mittlerweile in unterschiedliche Richtungen gehen. Er ist wahnsinnig talentiert und ich kann ihm wirklich nicht genug für seine Hilfe danken.

Mittlerweile produzierst du deine Musikvideos selbst. Wie lange dauert es durchschnittlich, bis eines davon im Kasten ist?

Es ist total verschieden. Einige meiner Musikvideos wurden in wenigen Stunden abgedreht – wie zum Beispiel „Shadows“. Da hatten wir eine Location, haben das Licht aufgestellt und gedreht. Ich habe meine Choreographie im Vorfeld oft geübt, damit ich es nicht vermassle und die Zeit aller Anwesenden verschwende. Aber dann gab es wiederum Videos, an denen wir Monate gearbeitet haben – wie es auch beim Zelda-Medley der Fall war. Ich wollte im Sommer mit grünen Bäumen, im Herbst mit Herbstfarben und im Winter mit Schnee filmen.

Deine Violine auf der Bühne heißt Excalibur, deine „Stunt-Geige“, die du in deinen Musikvideos verwendest, nennst du Ingrid. Welche Geschichte steckt hinter diesen Namen?

Excalibur ist das Schwert, das King Arthur aus dem Stein gezogen hat und es ist wie seine magische Waffe. Und so sehe ich meine Violine auch – als magische Waffe. (lacht) Aber eigentlich habe ich schon eine neue „Stage-Violine“ namens Nero. Excalibur ist schon ungefähr 100 Jahre alt und ich war besorgt um sie, weil ich sie ja immer mit auf Tour dabei hatte. Und Ingrid… Ich habe herausgefunden, dass das eigentlich ein deutscher Name ist. Das wusste ich gar nicht. Ich bin mir nicht sicher, warum ich sie Ingrid genannt habe, aber das ist die Geige, die ich in meinen Musikvideos verwende, wenn es beispielsweise regnet. Sie klingt schrecklich und ich habe sie für nur 40 US-Dollar im Internet erstanden.

Deine Bühnenperformance ist immer sehr lebendig und aufgedreht. Woher kommt diese Energie?

Schon als ich noch ein Kind war, meinten meine Eltern, ich hätte viel zu viel Energie (lacht). Ich glaube, diese Energie kommt daher, dass ich wirklich genieße, was ich mache. Ich liebe es auch, wenn ich sehe, dass mein Publikum es genießt, weil so eine Art Verbindung entsteht. Wenn das Publikum aufgeregt ist und abgeht, performe ich noch verrückter, als ich es sonst tue, weil ich die Energie der Menschen spüre und mitnehme. Außerdem hilft es auch, eine Band zu haben. Je mehr Leute auf der Bühne sind, desto mehr profitieren wir gegenseitig von unseren Energien, die wir miteinander teilen.

Obwohl deine Musik viele klassische Elemente enthält, hat sie trotzdem Pop-Qualität. Magst du die Bezeichnung „Crossover“?

Eigentlich ist es mir egal. Ich denke, dass ein großer Teil meiner Musik stark von der Klassik beeinflusst wird, aber auch Pop-Musik beeinflusst meinen Stil. All meine Songs folgen einer Pop-Struktur und die Beats lassen sie wieder elektronisch klingen. Es ist wie eine Fusion von vielen verschiedenen Elementen. Sogar Rock-Beats und -Rhythmen stellen einen Einfluss für meine Musik dar. Also ja, der Begriff „Crossover“ stört mich absolut nicht. Ich mag es sogar, wenn die Musik Grenzen überschreitet. Für mich ist es das, was neu ist und Spaß macht.

Siehst du dich selbst als Virtuosin und willst alles perfektionieren?

Ich glaube, ich habe einen anderen Stil. Ich habe zwar klassisch Violine gelernt, aber ich weiß definitiv, dass ich leider nicht die talentierteste Violinistin der Welt bin. Aber ich arbeite hart, übe sehr viel und versuche, so gut wie möglich zu sein. Ich glaube, ich habe eine gute Balance gefunden, weil ich die Dinge, die ich liebe, in eine Kunstform vereint habe. Also kann ich sagen, dass ich die beste tanzende Violinistin der Welt bin, weil ich wahrscheinlich auch die Einzige bin (lacht). Aber ja, ich versuche immer, noch besser zu werden. Denn ich glaube, wenn du einmal denkst, du bist an der Spitze, ist das genau der Punkt, an dem du zu fallen beginnst. Es gibt immer genügend Raum nach oben, um sich zu verbessern. Und so hoffe auch ich, mich noch weiter verbessern zu können.

Vielen Dank für deine Zeit und das nette Gespräch!

Bilder: Elisabeth Voglsam

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