Thorsteinn Einarsson, dieser Name ist den meisten Musikliebhabern mit Sicherheit bekannt. Sein Album „1;“ begeistert momentan zahlreiche Fans, auch seine aktuelle Single „Kryptonite“ wird im Radio rauf und runter gespielt. Nach seiner ersten eigenen Tour durch Österreich hat UNIMAG den Sänger und Songwriter zum Interview getroffen.

UNIMAG: Herzlichen Glückwunsch, du hast ja gerade deine erste eigene Tour erfolgreich beendet.  Gab es da ein besonderes Highlight oder ein Erlebnis, das dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Thorsteinn: Ja, mein Gitarrist hat immer ein kleines Solo. Drei Minuten lang ist es dann ganz ruhig und ich stehe einfach nur da und schaue mir das Publikum an. Das ist echt immer ein geiles Gefühl.

Ist denn auf der Bühne alles glatt gelaufen oder gab es kleine Pannen, von denen du uns erzählen kannst?

Es gab ein riesiges Problem, als meine In-Ears einmal nach dem vierten Lied auf der Bühne kaputt gewesen sind und ich sie mir rausreißen musste. Ich hab mich dann selbst nicht mehr gehört und auch nicht gewusst, ob ich gerade gut singe oder nicht. Aber es ist zum Glück alles gut gegangen.

Warst du denn auch manchmal aufgeregt, bevor du raus auf die Bühne gegangen bist oder ist das für dich schon nichts Neues mehr?

Ne, ich war vor einem Auftritt noch nie aufgeregt. Ich weiß, es klingt blöd, aber ich war noch nie in meinem Leben nervös oder so. Ich freu mich einfach immer, auf die Bühne zu gehen.

Seit 22. April ist ja dein erstes Album erhältlich. Wie fühlt sich das an, seine CD in den Läden stehen zu sehen oder die eigenen Lieder im Radio zu hören?

Also Radio hören, das habe ich mir mittlerweile schon abgewöhnt. Das mach ich dann auch teilweise leise, wenn ich mich höre (lacht). Aber wegen meiner CD bin ich extra in einen Laden gegangen, um mir das Album dort anzuschauen. Neben mir stand ein Mädchen, die mich ganz verwundert angeschaut hat. Dass ich jetzt ein eigenes Album habe, ist wirklich strange!

Gibt es bestimmte Musiker, an denen du dich musikalisch orientierst oder die große Vorbilder für dich sind? 

Oh ja, Queen und Freddy Mercury! Aber Coldplay finde ich auch super.

Deine Lieder sind ja meist sehr nachdenklich und ernst. Welche Musik hörst du denn privat gerne? Darf das auch mal Radio sein?

Früher hab ich schon viel mehr Mainstream-Musik und Radio gehört. Jetzt höre ich aber nicht mehr so viel Pop und so was. Das brauch ich gerade nicht. 

So, dann machen wir jetzt mal Kopfkino: Mit welchem Musiker würdest du am liebsten mal zusammenarbeiten?

Auf der ganzen Welt? Vielleicht mit Ed Sheeran, der ist wirklich ein mega Songwriter. 

Wie geht es musikalisch denn nun für dich weiter? Entspannst du dich nach dem ganzen Trubel erstmal oder hast du wieder einen vollen Terminplan?

Im Sommer werde ich bei ein paar Festivals sein und live spielen. Und dann will ich natürlich auch wieder neue Lieder schreiben.

Du hast ja deine Wurzeln in Island: Reist du noch oft dort hin oder bist du jetzt mit der Musik und den Rummel um deine Person erstmal nur in Österreich?

Einmal im Jahr fliege ich zu meiner Familie und meinen Freunden nach Island, aber ich würde gern wieder öfter dort hin. Leider bin ich zurzeit aber ziemlich gestresst.

Kannst du denn eigentlich auch Isländisch sprechen? 

Natürlich! 

Und was siehst du als dein Zuhause an?

Momentan lebe ich ja in Wien, aber aufgewachsen bin ich in Salzburg und Island. Ich bin also ein bisschen zweigeteilt. Torn apart.

Jetzt mal Hand aufs Herz: Deine tiefe und raue Stimme ist dein bekanntestes Markenzeichen. Wie bekommt man das hin? Gibt’s bei dir täglich Whisky und Zigaretten oder bist du von Natur aus mit so einer markanten Stimme gesegnet?

Neeein! Mein Papa hat ja auch diese Stimme, von dem hab ich das. Aber ich kann euch verraten: Mein Stimmbruch war die Hölle! Mal hoch, mal tief hab ich da gesprochen.

Für wen bist du denn eigentlich bei Eurovision Song Contest? Im vergangenen Jahr hast du schon Schweden als Gewinner richtig prophezeit. Welchen Tipp hast du für dieses Jahr?

Island ist ja leider schon draußen. Aber sonst bin ich natürlich immer für Österreich. Ich finde Frankreich klingt verdächtig nach Ohrwurm und Sieg.

Wenn die Musik mal aus ist und die Liedtexte geschrieben sind, was machst du gerne privat?

Ich gehe gern mit meinen Freunden weg und ich liebe Filme. Also ich bin ein richtiger Filmfanatiker! Meist schaue ich mir die dann auch auf Englisch an. 

Vielen Dank für das Interview, Thorsteinn! Wir wünschen dir noch viele lange Abende und Nächte mit guten Filmen und natürlich alles Gute auf deinem musikalischen Weg.

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