Die Stimmungsgranaten von FM Belfast haben gerade erst ihr drittes Studioalbum „Brighter Days“ veröffentlicht und stehen kurz vor ihrer Europa-Tour. In diesem Rahmen kommen die Nordlichter auch für zwei Live-Shows nach Österreich – und zwar am 20. Mai in den Weekender Club nach Innsbruck und am 22. Mai in die Arena Wien. Für ihren Auftritt in der Hauptstadt verlosen wir auf Facebook noch 2 x 2 Tickets! Außerdem stand uns Sängerin Lóa Hjálmtýsdottir vorab in einem Interview Rede und Antwort.

UNIMAG: Hallo Lóa! Ich habe gelesen, dass ihr euch zu den unterschiedlichsten Anlässen kennengelernt habt. Kannst du uns mehr darüber erzählen?
Lóa: Stimmt, wir haben uns an den verschiedensten Orten getroffen. Einen der Jungs habe ich im Bus kennengelernt, als wir Teenager waren, einen anderen traf ich am Flohmarkt und wieder einen anderen in der Wohnung eines gemeinsamen Freundes. Wir haben dann ein paar Songs aufgenommen und wurden eingeladen, auf einem isländischen Festival zu spielen. Erst danach haben wir uns dazu entschieden, eine Band zu gründen. Wir haben nichts davon wirklich geplant.

Ihr werdet ja oft gefragt, warum sich eure Band FM Belfast nennt, doch eigentlich steckt da keine tiefere Bedeutung dahinter. Gibt es dennoch irgendwelche erfundenen Geschichten, die euch diesbezüglich zu Ohren gekommen sind?
Unser Freund Borko hat eine interessante Lüge über unseren Bandnamen in Umlauf gebracht, aber ich kann mich nicht mehr so genau daran erinnern. Ich weiß nur, dass es um einen Radiosender in Nord-Irland ging und dass sein Vater dort als Radiomoderator arbeitete. Mehr fällt mir gerade nicht ein, mein Erinnerungsvermögen ist schrecklich.

Wie hat sich eure Musik verändert, seit ihr begonnen habt, gemeinsam Musik zu machen?
Heute ist unsere Musik vielschichtiger und wir haben außerdem begonnen, mit selbst gemachten Synthesizern zu spielen. Bei unseren Live-Shows setzen wir immer mehr auf Schlagzeuger. Manchmal haben wir zwei bei uns auf der Bühne und bei unserem nächsten Auftritt werden wir wahrscheinlich sogar drei Drummer haben. Die Show wird episch und chaotisch werden. Wir kennen einfach so viele gute Schlagzeuger, die für uns spielen wollen.

Jedes eurer Albumcover ist ein Kunstwerk und springt einem sofort ins Auge. Woher nehmt ihr die Ideen für die Umsetzung?
Das erste Cover zu „How To Make Friends“ habe ich zusammen mit unserem Freund Halli Civelek gestaltet. Er war für das Design zuständig, ich habe die Zeichnungen und den handschriftlichen Text umgesetzt. Für das zweite Album haben wir ein leerstehendes Büro mit allen möglichen Kostümen, Krempel, Legosteinen und Pflanzen gefüllt und dann zusammen mit unseren Freunden – der Fotografin Jónína De La Rosa und dem Grafik-Designer Bobby Breiðholt – alle möglichen Masken und Szenarien durchgespielt. Ich habe mich wieder um die Illustration und den Text gekümmert. Und für unser drittes Album hat unser Freund und Fotograf Hörður Sveinsson einige Bilder von uns gemacht, die Árni Rúnar und ich im Anschluss zusammengefügt haben.

Euer aktuelles Album „Brighter Days“ wurde erst kürzlich veröffentlicht. Wie sehen die bisherigen Reaktionen eurer Fans aus?
Manche Leute scheinen glücklich damit zu sein, andere wiederum sind wohl verwirrt. Unserer Meinung nach sind beide Reaktionen gut. Ich versuche aber, nicht zu sehr nach Reviews zu unserem Album zu suchen, weil ich Kritik nur schwer vertrage. Wenn 50 Leute etwas Nettes und nur eine Person etwas Gemeines sagen würde, würde ich mich nur an den gemeinen Kommentar erinnern. Die meisten in meinem Umfeld haben diese Schwäche.

Wie kann man sich den Entstehnungsprozess für eure neueste Platte vorstellen?
Der Prozess ist ziemlich einfach, nichts Besonderes. Es gibt keine Magie und keine Bergelfen oder so etwas Ähnliches – zumindest nicht für mich.

Habt ihr einen Lieblingstrack auf dem Album?
Ja, ich glaube, es ist „Gold“. Dieser Song wird zumindest ständig als nächste Single vorgeschlagen.

Was hältst du von der Musikszene in Island? Hast du einige Empfehlungen für unsere Leser parat?
Über die aktuelle Musikszene in Island weiß ich nicht Bescheid, aber meine momentanen Lieblingsbands sind Oj-barasta, Tilbury, Nolo, Dj-Flugvél og geimskip, Sóley, Good Moon Deer, Berndsen, Sísí Ey, Sin fang, múm, Kría Brekkan, Prins Póló, Skakkamanage… und vermutlich noch einige mehr, die mir gerade nicht einfallen.

Und welche Art von Musik bevorzugst du generell als Hörerin?
Upbeat-Musik mit traurigen Lyrics. Ich bin eine von elf Personen, die „Reflektor“ von Arcade Fire richtig gerne mag. Meine Nachbarn hassen mich vermutlich dafür, dass ich das Album bis zum Umfallen höre.

Als Teil des Publikums weiß man bei euch nie, wie viele Musiker oder Fans bei euch auf der Bühne landen. Wie hat das alles angefangen?
Es war nie unsere Idee, Leute auf die Bühne einzuladen, sie waren einfach da. Ich vermute mal, dass sie betrunken und glücklich waren und einfach zu uns auf die Bühne kommen wollten. Mittlerweile kommt das nicht mehr so oft vor, weil wir meistens auf Festivals mit hohen Bühnen spielen, wo man eine Leiter bräuchte, um hinaufzuklettern. Vielleicht fangen unsere Fans ja deshalb an, Leitern mitzubringen. Das würde mir nichts ausmachen.

Was war eure bisher verrückteste Show?
Viele unserer Shows waren verrückt. Der für mich erinnerungswürdigste Moment war, als wir am SXSW in Austin, Texas gespielt haben und das Publikum nach unserem Auftritt sehr laut geschrien hat. Es war ein eigenartiger „WHOOO“-Sound, weil sie so glücklich waren. Die Stimmen überlappten und ergaben diese unglaublich laute Klangwand. Ich habe noch nie zuvor so etwas gehört.

Ihr seid allerorts für eure aufregenden und einzigartigen Live-Shows bekannt. Was erwartet eure österreichischen Fans im Mai bei euren zwei Konzerten?
Wir versuchen immer, unser Bestes zu geben. Wir planen aber nie so weit im Voraus, sondern lassen uns lieber überraschen.

Danke für deine Zeit!
Danke dir, wir sehen uns dann in Wien!

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