Absurd teure Preise, überlaufene Strände, Eintrittspreise in Venedig und Anti-Urlauber-Demos auf Mallorca: Die schönsten Wochen im Jahr können schnell zu einer Farce werden. Sind unangenehme Überraschungen ausgeschlossen, wenn man sich an unsere Geheimtipps für den Sommerurlaub hält? Keineswegs, aber die Chance ist hoch, Neues zu entdecken, einen Winkel der Welt kennenzulernen, von dem man vielleicht gar nicht wusste, dass er existiert. UNIMAG präsentiert: 5 Geheimtipps für den Sommerurlaub.

Piran an der slowenischen Adriaküste
© iStockphoto / SimonSkafar

Piran

Berühmt ist Slowenien für seine Berge und Wälder, Wasserfälle und Tropfsteinhöhlen. Wer Strandurlaub machen will, fährt schnurstracks weiter nach Kroatien. Oder schaut nochmal genau auf die Karte: Slowenien hat 46 Kilometer Adriaküste, was nicht viel ist, aber auch nicht nichts. Einen herrlichen Blick aufs Meer bietet Piran, ein kleiner Ort auf einer Landzunge im Südwesten des Landes. In den engen Gassen schnuppert man römische, venezianische und italienische Geschichte – alte Stadtmauern und Kirchen inklusive – denn erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Jugoslawien zugeschlagen. Ein Party-Paradies ist Piran weniger, mehr Postkartenidylle. Ruhig, überschaubar, ein malerischer Hafen, viel Fisch und Meeresfrüchte auf dem Teller und in den Vitrinen des Muschel- und Schneckenmuseums. Einfach schön: Im Meer baden und danach direkt ins nächste Café setzen. Bei Sonnenanbetern beliebt ist der Sandstrand in Portoroz im Süden der Halbinsel, Windsurfer steuern den Strand von Izola zehn Kilometer weiter östlich an. Tagesausflügler fahren zu den Salinen von Sečovlje oder in den nahegelegenen Wald zum Trüffel suchen. Und wer will, macht auf dem Weg nach Piran in Triest Halt, das 40 Kilometer nördlich liegt. Piran ist sogar für Set-Jetter, Filmtouristen, eine Reise wert: Der Netflix-Streifen „The Union“ mit Mark Wahlberg und Halle Berry wurde 2024 hier gedreht.

Lecce

Lecce in Apulien
© iStockphoto / Vasylisa Dvoichenkova

Am Meer liegt Lecce nicht, aber es ist nur einen Katzensprung, oder besser: einen Muschelwurf, entfernt. In 20 Minuten sieht man das azurblaue Wasser der Adria. Vorausgesetzt, man kommt von den Pasticciotto leccese los, die einen in fast allen Cafés der Stadt anlachen, das ist mit Puddingcreme gefülltes Mürbeteig-Gebäck. Dazu einen Caffè leccese, einen Espresso auf Eis mit Mandelmilch, grandios erfrischend an heißen Sommertagen. Die apulische Küche ist King in Lecce. Die 95.000-Einwohner-Stadt liegt auf dem Salento, dem südöstlichen Absatz des italienischen Stiefels. Auf dem Absatz kehrt macht garantiert nicht, wer zum ersten Mal über die alten Kopfsteinpflaster schreitet, von Weinbar zu Weinbar, von Café zu Café, von Pizzeria zu Pizzeria. Als Barockes Lecce wird die Stadt gerne tituliert oder als Florenz des Südens. Wer das Archäologische Museo Faggiano, die Basilika Santa Croce oder die Piazza del Duomo erblickt, weiß warum. Die zahlreichen Studierenden treiben sich bevorzugt im Kneipenviertel südlich der Piazzetta Santa Chiara herum. Ein Kurztrip ist der Weg auf den Salento, der durch ganz Italien führt, gewiss nicht. Von Wien sind es knapp 1.650 Autobahnkilometer. Tipp: Mit dem ÖBB-Nachtzug von Wien nach Venedig oder nach Rom fahren, dort einen Zwischenstopp einlegen, und anschließend weiter mit der italienischen Bahn nonstop nach Lecce. Ein mediterranes Abenteuer, das sich lohnt.

Varna

Eine Mischung aus französischer Riviera und Ostblock-Charme, das trifft es ganz gut. In Varna pulsiert das Leben, gerade im Sommer, wenn die Touristen aus allen Himmelsrichtungen ans Schwarze Meer kommen. Ist Varna überhaupt ein Geheimtipp? Vielleicht, vielleicht auch nicht, aber gewiss gibt es noch immer sehr viele Menschen in Mitteleuropa, die den Namen Varna noch nie gehört und erst recht nicht für ihren Sommerurlaub eingeplant haben. Doch ein Hotspot ist die mit 335.000 Einwohnern drittgrößte Stadt Bulgariens allemal, ein Drehkreuz für den Tourismus an der Schwarzmeerküste, direkt unterhalb des berüchtigten Goldstrands, der als feucht-fröhlicher Partyort bekannt ist. Wer Ruhe sucht, sucht lieber woanders, nicht in Varna. Verblüffende 32 Kilometer lang ist die Küste der Stadt, die Auswahl des Strandes so schwierig wie ein bulgarischer Zungenbrecher. Bulgarisch sprechen muss freilich nicht, wer hierher kommt. Viele Bedienungen sprechen deutsch, zum Beispiel in den unzähligen Bars, Restaurants und Discos auf der Strandpromenade in Richtung Rappongi Beach. Auch Billa-Märkte gibt es in Varna gefühlt an jeder Ecke. Wer zwischendurch neue Kraft tanken will oder muss, fährt hinaus in den mythisch-faszinierenden Steinwald Pobiti Kamani mit seinen saulenförmigen Steinformationen oder sieht sich den angeblich ältesten Goldschatz der Welt im Archäologischen Museum an.

Varna am Schwarzen Meer
© iStockphoto / valio84sl

Kefalonia

Beim Zeus, an schönen Inseln herrscht in Griechenland wahrlich kein Mangel. Santorini, Rhodos, Mykonos oder Kreta zum Beispiel, die meisten von ihnen in der Ägäis. Doch wandert man auf der Karte mit dem Finger nach Westen, Richtung Ionisches Meer, dann entdeckt man eine, die glatt als griechischer Geheimtipp durchgeht. Vom Massentourismus ist Kefalonia in weiten Teilen verschont geblieben, wenngleich sich das so schnell ändern kann wie die Laune von Poseidon. Die Insel ist ungefähr 785 Quadratkilometer groß, knapp das Doppelte der Fläche Wiens. In der Inselhauptstadt Argostoli erspähst du Meeresschildkröten zwischen den Fischerbooten, in Assos oder Fiscardo kehrst du in malerischen Tavernen ein, in Sami fährst du mit dem Ruderboot über den mythischen Melissani-Höhlensee. Der Fteri Strand im Norden der Insel gilt laut Bestenliste von „The Worlds 50 best Beaches“ als viertschönster unseres gesamten Heimatplaneten. Kristallklares Wasser, friedliche Atmosphäre, erhabene weiße Felsen rundherum. Ein Strandblick, schöner als jede Aufnahme in „The Beach“ mit DiCaprio. Man kommt aber nur mit dem Wassertaxi hin oder zu Fuß nach einer nicht zu unterschätzenden Wanderung. Also ausreichend Wasser und Energieriegel mitnehmen! Verschiedene Airlines fliegen von Wien nach Kefalonia, darunter Austrian Airlines und sogar Ryanair, letztere allerdings mit Umstieg.

Budva

Kefalonia im Ionischen Meer
© iStockphoto / bwzenith

Balkan-Tourismus ist trending. Albanien ist das neue Kroatien, heißt es, auch Bosnien-Herzegowina und Nordmazedonien ziehen zunehmend Urlauber aus Nord- und Mitteleuropa an. Und dann wäre da noch die Mini-Republik namens Montenegro, die mit ihren ca. 616.000 Einwohnern nicht einmal halb so viele hat wie Wien. Nicht groß, aber alt ist das Städtchen Budva, das eines der ältesten an der Adria sein soll. Vor keiner Rivalin verstecken muss sich die Altstadt von Budva, die unter Denkmalschutz steht und von einer mächtigen Stadtmauer umgeben ist. Kultur? Check. Sonnenbaden am Strand? Check. Tauchen und schnorcheln? Check. Bootsausflüge? Check. Würzige Balkanküche? Check. Nur gähnende Leere gibt es in Budva nicht, die Strände sind voll, die Bars und Discos ebenfalls und abends manchmal auch die Gassen der Altstadt, wenn sich das Feiervolk zu einer spontanen Blockparty in lauer Sommernacht trifft. Kurzum, für einen Partyurlaub gibt es schlechtere Destinationen. Etwas mehr als 20 Kilometer nördlich liegt Kotor, die zweite Perle Montenegros. Hier gibt es weniger Ausschweifungen, aber eine mindestens genauso überwältigende natürliche Schönheit. Die Bucht von Kotor ist ein solcher Traum, dass auch Kreuzfahrtschiffe sie in schöner Regelmäßigkeit ansteuern. Jeder sollte Kotor gesehen haben, außer Menschen mit Katzenallergie, denn die Samtpfoten sind hier einfach überall.

Budva an der montenegrinischen Küste
© iStockphoto / Krle

Spannende Artikel für dich:

Unimag Network
THE FIZZ – Student Housing. Just Better.

Du suchst die passende Unterkunft während deines Studiums oder sammelst gerade erste Berufserfahrungen in Wien? Das bedeutet für viele: Neue Freundschaften, räumliche Unabhängigkeit und die beste Zeit deines Lebens. Um all dies zu verwirklichen, brauchst du natürlich das perfekte Studentenwohnheim! Im THE FIZZ ist für dich garantiert etwas dabei. Denn dich erwartet ein Komplettpaket, welches de...[weiterlesen]

Unimag Network
Wirtschaftsprüfer/in – das ist genau das Richtige für dich!

Die Prüfung der Rechnungslegung und Berichterstattung von Unternehmen steht im Zentrum der Tätigkeiten von Wirtschaftsprüfer/innen. Dabei werden nicht nur Zahlen kontrolliert und verglichen, sondern man taucht tief in die jeweiligen Unternehmen ein, bekommt einen detaillierten Einblick in die Funktionsweisen und lernt alle wichtigen Prozesse kennen – und die Menschen, die hinter den Z...[weiterlesen]

Traineeprogramme
Direkteinstieg oder Traineeprogramm

„Das Traineeprogramm bot mir die Möglichkeit, ein Unternehmen über Jobrotations ganzheitlicher kennenzulernen als bei einem Direkteinstieg in einer Fachabteilung.“ So begründet Marlene Huber, warum sie sich nach ihrem Studium für einen Einstieg als Trainee bei der Erste Group Bank AG entschied und ihre Karriere nicht direkt auf einer festen Position startete. „Außerdem hatte ich Gelegenheit,...[weiterlesen]

Unimag Network
Das große UNI & FH ABC

Die Matura in der Tasche, hinter dir liegt der Sommer deines Lebens und jetzt ist es endlich soweit: Die Uni beginnt. Herzlichen Glückwunsch! Dir stehen ein paar richtig coole Jahre bevor! Um dir den Einstieg etwas zu erleichtern, haben wir den ultimativen Survival-Guide inklusive praktischer Checklisten für dich erstellt. So bist du für jede Situation gerüstet! PS: Auch ältere Semester können hier...[weiterlesen]

UNIMAG in deinen Posteingang?

Gewinnspiele, Karrieretipps, Studentenleben, Festivals uvm,

UNIMAG-Handy
UNIMAG Lap Top