Seit September letzten Jahres gibt es das amerikanische Film- und Serienportal Netflix auch in Österreich. Vor wenigen Wochen begannen wir unser kostenloses Probemonat, um zu sehen, ob das Angebot, wie von Netflix gepredigt, sich wirklich verbessert hat.

Die Anmeldung selbst funktioniert einfach und schnell. Netfliex bietet drei verschiedene Abo-Stufen. Im Basis Modell (7,99 Euro) kann auf einem Gerät zur selben Seit gestreamt werden, Serien und Filme werden in Basis-Qualität wiedergegeben. Entscheidet man sich für das Standard Paket für einen Euro mehr werden alle Medien in HD-Qualität wiedergegeben und es kann auf zwei Geräten gleichzeitig gestreamt werden. Im Premium Paket (11,99 Euro) laufen die Streams in Ultra-HD und es sind bis zu vier Geräten gleichzeitig nutzbar. Aufgrund der bessereren Auflösung entscheiden wir uns für das Standard-Abo, denn spätestens nach ein paar Videos hätte uns die krümelige Bild-Qualität des Basis-Modells genervt.

Das Premium-Modell ist nur dann interessant, wenn wirklich mehrere Personen auf den Account zugreifen, da man hier über vier Anschlüsse gleichzeitig streamen kann. Sich nur wegen der Ultra-HD-Auflösung dafür zu entscheiden, könnte zu Enttäuschungen führen, weil derzeit noch die wenigsten Serien über diese Option verfügen. Außerdem sollte man für diese hohe Qualität eine Internet-Leitung mit mindestens 25Mbit/sec haben. Anschließend kann man verschiedene Benutzer definieren und für Kinder eine Jugendschutz-Option einrichten. Netflix unterscheidet hierbei zwischen „kleine Kinder“, „ältere Kinder“ und „Teenager“. Pro Account ist es außerdem möglich, fünf verschiedene Profile anzulegen. Das ist besonders praktisch, wenn mehrere Personen auf den Account zugreifen. Denn die Freundin / der Freund hat vielleicht einen anderen Geschmack – und aufgrund der gestreamten und bewerteten Serien werden dann auch persönliche Vorschläge geliefert, welche Serien bzw. Filme noch interessant sein könnten.

Benutzeroberfläche und Empfehlungssystem

Die Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich und die verschiedenen Reiter sind nach Genre und persönlichen Vorlieben gestaltet. Das ausgeklügelte Empfehlungssystem funktioniert richtig gut und je mehr Filme man bewertet, desto genauere Vorhersagen kann Netflix bei den Vorschlägen machen. Das hat dazu geführt, dass wir nun deutlich mehr Serien auf unserer „Must-Watch“ Liste haben als zuvor.

Einstellungen

Es gibt eine persönliche Liste, in der man Filme und Serien mit nur einem Klick speichern kann, um sie sich für später zu merken. Diese ist leider sehr unübersichtlich gestaltet, da sie nicht nach Serien und Filmen getrennt ist und es keine Möglichkeit gibt, auf irgendeine Art und Weise Ordnung zu schaffen. Hier besteht eindeutig Verbesserungsbedarf. Die Einstellungsmöglichkeiten, während man einen Film ansieht, sind dagegen vorbildlich. Es ist möglich, sofort zwischen den verfügbaren Sprachen und Untertiteln hin und her zu schalten, alle Titel können im Originalton angesehen werden und deutsche Untertitel sind dabei auch immer vorhanden.

Angebot

Das Angebot hat sich seit dem Start deutlich verbessert, beträgt aber noch immer nur 30% von dem der Amerikaner. Kommende Serien sehen aber vielversprechend aus und wir sind zuversichtlich, dass Ende des Jahres weit mehr Serien und Filme vorhanden sein werden, als es jetzt noch der Fall ist.

Geräte

Die verschiedenen Möglichkeiten Netflix zu streamen sind groß. Apps gibt es für fast alle  gängigen Geräte. Einziger Wermutstropfen hierbei ist, dass es keinen Offline-Modus gibt. Bei einer längeren Reise ohne WLAN hat man also schlechte Karten. Im Ausland darf jedoch mit einem österreichischen Account auch das Angebot des jeweiligen Landes (z. Bsp. USA) genossen werden, ohne sich dabei ummelden zu müssen.

Fazit

Das Angebot hat sich deutlich verbessert, ist aber noch ausbaufähig. Die Streams funktionieren ausgezeichnet und benutzerfreundlicher geht’s fast nicht. Wenn die persönliche Liste noch um ein paar Personalisierungs-Optionen erweitert wird, dann ist alles perfekt. Auch die Sprachoptionen sind im Vergleich zur Konkurrenz einfach großartig und An- und Abmeldeformalitäten vorbildhaft. Schön wäre noch, wenn man Filme offline genießen könnte. Unser Netflix-Abo bleibt auf jeden Fall noch länger bestehen.

Eigenproduktionen von Netflix

Orange Is The New Black
Mit der Gefängnisserie hat Netflix eine aufregende und fesselnde Serie produziert, die das Leben in einem Frauengefängnis zeigt. Die Hauptfigur, die geradlinigen Piper Chapman (gespielt von Taylor Schilling), arbeitet als Managerin in New York, ist verlobt und stammt aus einem klassisch konservativen Elternhaus. Doch der Schein trügt. Pipers bisexuelle und kriminelle Vergangenheit holt sie ein. Aufgrund eines vergangenen Verbrechens im Drogenmilieu wird Piper zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt, bei der sie an ihre Grenzen stößt. Von Schmuggeleien bis hin zu tyrannischen Wächtern ist alles dabei und sorgt definitiv in jeder Folge für Spannung. Netflix überzeugt als Produzent und wer keine Abneigung gegen Körperlichkeiten, wechselnde Machtverhältnisse und besondere Charaktere hat, sollte sich diese Sendung nicht entgehen lassen.

House Of Cards
Der Politthriller handelt von Intrigen in der amerikanischen Politik. Der Protagonist Francis Underwood (gespielt von Kevin Spacey) ist ein machthungriger und intelligenter Kongressabgeordneter, der den Posten des Außenministers nach der Wahl des neuen Präsidenten beziehen soll. Als ihm jedoch das Amt verwehrt wird, entschließt er sich nicht tatenlos zuzusehen. Durch skrupelloses Verhalten gelingt es ihm seinen politischen Einfluss zu vergrößern. Francis beherrscht das Spiel und demonstriert seinen Scharfsinn durch seine manipulative Ader, indem er das interne Wissen aus der Politikbranche und übereifrige Reporter für sein Interesse ausnutzt. Es ist nicht nur amüsant die Verstrickungen zu beobachten, sondern auch der intelligente Aufbau ist gesondert zu erwähnen. House of Cards offenbart ein neues Bild von Macht und zieht uns in seinen Bann. Wir finden, dass die Serie zu Recht mit drei Emmys ausgezeichnet wurde.

Beitrag geschrieben von Benjamin Bäck und Christina Barsoum.

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