Die meisten erkennen es schon im ersten Semester: Das, was einem die Hochschule an freien Kopien zubilligt (wenn sie es überhaupt tut) reicht hinten und vorne nicht. Doch es sind ja nicht nur die Kopien. Es ist der generelle Wust an Arbeitsmaterialien, der das Studentenleben richtig verteuert. Bücher, die nur in kleinster Auflage gedruckt wurden und deswegen teils dreistellige Summen kosten. Doch wo man die wenigstens irgendwann nochmal weiterverkaufen kann, haben andere Materialien auch einfach nur Wegwerfcharakter, nachdem das Projekt benotet wurde. Kurzum: Die Materialkosten können einem das Studentenleben so richtig madig machen. Allerdings nur dann, wenn du es dir madig machen lässt. Die folgenden Tipps zeigen dir, wie du mehr daraus machst.

1. Konsequent PDF

Zugegeben, sich ein Handout auszudrucken, ist ein klasse Gefühl. Man kann blättern, kann schnell mal was mit Kuli rein-notieren. Aber es ist eben eine Tatsache, dass man in so manchen Fächern pro Semester auf einige Tausend Seiten kommt. Selbst wenn man nur das billigste Papier nimmt, macht einen das arm – von den Druckkosten ganz zu schweigen.

Unser Vorschlag: Ein billiges Tablet anschaffen und das, was seit Jahrzehnten als „papierloses Büro“ gepredigt wird, für sich Wirklichkeit werden lassen. Das Tablet kann uralt sein, langsam und zerkratzt. Es muss nur eines können: Eine PDF-App installiert haben, die auch das Markieren, Notieren usw. inkludiert – serienmäßig kann man meist nur lesen.

Ja, das wird sich anfangs merkwürdig anfühlen. Aber wenn du noch so clever bist, das Tab nur in der Hochschule aufzuladen, kostet es dich nur die Anschaffungsgebühr und du musst nie wieder Handouts ausdrucken (und eben auch keine Ordner herumschleppen). Und durch die Möglichkeit, ganz fix Notizen mit anderen Apps zu erstellen, brauchst du wirklich nicht mehr.

2. Geld von anderen

Sich Geld von anderen pumpen, damit man seine Unterrichtsmaterialien bezahlen kann? Klingt zunächst vielleicht abwegig, macht aber Sinn. Denn sobald die Kosten dich regelmäßig dazu zwingen, deinen Dispo zu überziehen, kommt dich ein Kredit auf lange Sicht ungleich billiger.

Nein, du sollst keine zehntausend Euro leihen. Schon mit einem Viertel kommst du mit Glück durchs ganze Studium, falls du das Geld wirklich nur für Materialien ausgibst. Und die Zinssätze sind momentan echt niedrig: 3,5 bis 4,5% zahlst du bei Fixzinsen, bei Variozinsen mit Glück sogar nur 2% (Quelle: https://www.vknn.at/sofortkredit-aufs-konto-anbieter-fuer-kredit-sofortauszahlung-in-oesterreich/). Was du damit zurückzahlst, ist wesentlich planbarer und günstiger als das, was deine Bank dir für einen überzogenen Dispo abnimmt.

3. Nie-nie-nie wegwerfen

Es soll Architekturstudenten geben, die ihre Projekte aus Hartschaum mangels Platz in der Studentenwohnung unmittelbar nach der Abnahme entsorgen. Klingt logisch, ist es aber nicht. Denn ganz gleich ob in diesem Studienfach oder einem anderen: Was man einmal hat, sollte man niemals wegwerfen, solange noch ein Funken Nutzen darin steckt. Selbst ein beidseitig vollgedrucktes Blatt kann immer noch seine Ränder als Lern-Notiz-Spicker spenden.  Die Bastelreste und Projekte können wieder zerlegt, die Materialien eingelagert werden. Und selbst der Draht eines alten Collegeblocks kann noch aufgedröselt und mittels Zange zu Lesezeichen, Büroklammern und Ähnlichem gebogen werden. Es braucht nur Kreativität. Und erst, wenn gar nichts mehr geht, ist es ein Fall für die Tonne.

4. Fach-Shops meiden

Schreibwaren kauft man im Geschäft der Uni oder drei Straßen weiter? Wenn man Geld wie Heu hat, dann sicherlich. Grundsätzlich jedoch solltest du alles, was an „Uni-tauglichen“ Sachen rund um die Hochschule verkauft wird, meiden, denn da gehen viele Händler nach dem Motto „die bekommen ja Studentenbeihilfe, die kann man ja ruhig schröpfen“.

Großhändler für Büroutensilien sind was du willst. Oft verkaufen die auch an Privatleute – zu stark vergünstigten Preisen. Für Maximum-Sparfuchsigkeit allerdings fragst du in der Verwandtschaft herum. Wenn dort einer im Büro arbeitet und das nächste Mal Materialien bestellt, kannst du vielleicht mitbestellen und bekommst damit nicht bloß Endverbraucher- sondern B2B-Preise, also ohne Umsatzsteuer. Solange die Sache bezahlt wird, werden die wenigsten Firmen da Scherereien machen.

5. Verpackungs-Umwidmung

Als Student gehörst du zur Generation Onlinekäufer. Bei dir wird also regelmäßig angenehm viel kostenloses Verpackungsmaterial eintrudeln. Perfekt. Denn egal ob es Lieferscheine sind oder die Kartons selbst, für dich ist das alles erst mal Rohstoff frei Haus. Die Kartons kannst du zu Schachteln für Lern-Karteikarten falten. Die Lieferscheine sammelst du, schneidest sie auf Kreditkartengröße und hast gleich die passenden Karteikarten.  Immer dran denken: Kleinvieh macht auch Mist.

6. Mach das Material-Sparschwein

Dass du als Student für maximale Finanzkontrolle sowieso nur in bar zahlen solltest, weißt du hoffentlich. Aber davon ausgehend kannst du auch für deine Materialkosten etwas tun: Was du abends (oder gaaanz früh morgens) an Kleingeld mitbringst, sortierst du. Und alles, was kleiner als ein Euro ist, wandert in ein Sparschwein (das auch einfach nur eine der Schachteln aus den Lieferkartons sein kann). Du wirst dich wundern, was da zusammenkommt. Doch auch hier gilt: Nur für Materialien.

7. Scan for your life

In einer Welt, in der Bücher in der Unibibliothek grundsätzlich verliehen sind und Originale über hundert Euro kosten, ist es schon Pflicht, einen 600dpi-Scanner zu besitzen, die gibt es mittlerweile auch als tragbare Hand-Version für unter 100 Euro. Klar, kostet natürlich etwas an Lebenszeit. Aber im Vergleich zum Geld hat man als Student davon eine Menge. Deshalb: Buch von einem ausleihen, der es hat, notfalls auch kaufen und wieder zurücksenden – egal wie. Man muss nur Gelegenheit bekommen, es von A bis Z einzuscannen – gleich als PDF und dann ab aufs Tablet. Ist das legal? Naja, halblegal, es ist ja nur für deine eigene Verwendung. Und zudem: Wer soll es rausbekommen?

8. Gönn dir – nichts

Das schöne an dem Altersabschnitt, in dem man Student ist: Man bekommt zu Geburtstag und Co. selbst von nahen Verwandten Geld geschenkt. Doch so sehr es vielleicht auch locken mag, diese Euros außer der Reihe mal zu nutzen, um sich was zu gönnen, so sehr solltest du Disziplin wahren. 50% der Geschenksumme ins Material-Sparschwein. Bringt dich vielleicht schon mal wieder ein Semester weiter.

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