Der Master ist seit Bologna der zweite akademische Abschluss. Er dient zur wissenschaftlichen Vertiefung oder zu einer inhaltlichen Neuorientierung.

Der Master ist innerhalb des Bologna-Systems der zweite wissenschaftliche Grad. Die Zulassungsvoraussetzung dafür ist ein erfolgreich bestandenes Bachelor-Studium. Ebenso wie der Bachelor kann dieser Abschluss in Österreich an staatlichen Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen und auch privaten Universitäten erworben werden. Das Master-Studium vertieft die während des Bachelor-Studiums erworbenen wissenschaftlichen Qualifikationen. Studierenden, die sich inhaltlich neu orientieren wollen, bietet es jedoch auch die Möglichkeit, die Fachrichtung zu wechseln.

In Österreich studieren 80 Prozent aller Bachelor-Absolventen bis zum Master

In Österreich entschließen sich rund 80 Prozent aller Bachelor-Absolventen dazu, ihre akademische Ausbildung mit dem Master fortzusetzen. Wer später wissenschaftlich arbeiten und promovieren will, kommt um diese Entscheidung nicht herum – der zweite akademische Abschluss ist die Qualifikationsvoraussetzung für die Promotion.

Wissenschaftliche Vertiefung oder ein neues Studienfach?

Die Regelstudienzeit bis zum zweiten akademischen Abschluss beträgt zwei bis vier Semester, ein erfolgreiches Studium setzt somit den Erwerb von 60 bis 120 ECTS Credit Points voraus. Das Studium kann unmittelbar nach dem Erwerb des Bachelors oder zu einem späteren Zeitpunkt begonnen werden. Ein konsekutiver Master führt Bachelor-Studiengang fachlich fort und erweitert ihn ihm Rahmen der fachspezifischen Grenzen. Eine fachliche Umorientierung ist bei vorhandener fachlicher und persönlicher Eignung jedoch grundsätzlich möglich – ein solcher Fachrichtungswechsel wird durch das Hochschulbildungsrecht inzwischen auch als konsekutiver Studiengang betrachtet. Insgesamt darf die Regelstudienzeit für das gesamte Studium den Zeitraum von zehn Semestern nicht überschreiten.

Nicht konsekutive Mastergrade sind die sogenannten Weiterbildungs-Master – das klassische Beispiel ist hier der Master of Business Administration (MBA) – die trotz vergleichbarer Bezeichnungen nicht identisch mit den Abschlüssen aufgrund „ordentlicher“ akademischer Studien sind.

Akkreditierte Studiengänge mit europaweit einheitlichem Abschluss

Ebenso wie die Bachelor-Studien bedürfen die Master-Studiengänge an österreichischen Hochschulen der Akkreditierung, die ihre Kompatibilität mit dem Bologna-System sowie die allgemeine Qualität von Forschung und Lehre an der jeweiligen Bildungseinrichtung und in den Fachbereichen sicherstellen soll. Für Fachhochschulen und private Anbieter werden die Akkreditierungsverfahren in regelmäßigen Abständen (anfangs sechs, nach zwei Akkreditierungsintervallen zwölf Jahren) wiederholt. Die Qualitätsprüfung an den staatlichen Hochschulen erfolgt nach der Erstakkreditierung des Studiengangs durch Audits.

Über die Bezeichnung der Studiengänge entscheiden die Hochschulen in eigener Regie, ebenso wie bei einem Bachelor-Studium ist die Bezeichnung der Abschlüsse jedoch europaweit identisch. In Österreich am häufigsten vergeben werden:

  • Der Master of Arts (M. A.) für Sozial- und Geisteswissenschaftler sowie die Absolventen einiger wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge
  • Der Master of Science (M. sc.) für Natur- und Technikwissenschaftler
  • Der Master of Engineering (M. Eng.) für Informatiker und Ingenieure
  • Der Master of Education (M. Ed.) für Pädagogen
  • Der Master of Laws (LL. M) für Juristen.

Für die meisten Studierenden geht ihre akademische Laufbahn mit dem zweiten akademischen Abschluss zu Ende. Berufliche Perspektiven finden die hochqualifizierten Absolventen in der freien Wirtschaft und im öffentlichen Dienst, oft können sie dort sehr bald mit dem Aufstieg in Führungspositionen rechnen. Die Alternative dazu ist eine Wissenschaftskarriere, für die sie mit dem Master-Abschluss die Voraussetzungen erworben haben.

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