INHALTSVERZEICHNIS

Ein höherer Bildungsabschluss wird auch in Österreich immer beliebter. Kein Wunder, denn damit steigt nicht nur das Bildungsniveau, sondern Menschen können damit auch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Denn Fakt ist: Arbeitgeber bevorzugen bei der Einstellung häufig Bewerber mit Bachelor- oder Masterabschluss. Auch die Politik begrüßt diese Entwicklung. So hat die österreichische Regierung nicht nur die Zahl der Studienplätze erhöht, sondern auch neue Studiengänge werden laufend eingeführt. Lange Zeit galt die Matura dabei als Nonplusultra, um Zugang zu Universitäten oder Fachhochschulen zu erhalten – doch diese Zeiten sind längst passé. Mittlerweile lässt es sich auch ohne Matura gut studieren. Die Frage ist nur, wie?

Nachweis von Kenntnissen und Fähigkeiten erforderlich

Voraussetzung für die Aufnahme eines Studiums in Österreich ist grundsätzlich nach wie vor die Matura. Das heißt: die klassische Reifeprüfung als Abschluss einer höheren Schulausbildung. Dieser Nachweis soll dafür sorgen, dass Interessierte auch tatsächlich über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, um ein Studium zu meistern. Alternativ kann dieser Nachweis mittlerweile aber auch durch eine Studienberechtigungs- oder Berufsreifeprüfung erbracht werden. Mit der Studienberechtigungsprüfung (SBP) lassen sich so sowohl geisteswissenschaftliche Fächer wie Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte oder Philosophie in Angriff nehmen, als auch wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge wie Betriebs- und Volkswirtschaft, Naturwissenschaften wie Mathematik, Physik und Biologie oder technische und medizinische Fächer. Wer sich hinsichtlich Studienrichtung noch nicht sicher ist, sollte die Berufsreifeprüfung wählen – das ist die allgemeine Hochschulberechtigung.

Die Meisterprüfung als Toröffner

Darüber hinaus bieten einige Fachhochschulen und Privatuniversitäten Studiengänge an, die ohne Matura zugänglich sind. Diese sind aber in aller Regel ebenfalls an unterschiedliche Voraussetzungen gebunden. So gibt es etwa berufsbegleitende Studiengänge, für die eine mehrjährige Berufsausübung nötig ist. Auch eine Meisterprüfung kann Interessierten mitunter die Türe zu einem Studium in einem bestimmten facheinschlägigen Feld öffnen. So reichen beispielsweise ein Meistertitel oder eine vergleichbare Aufstiegsfortbildung als Zugangsvoraussetzung für verschiedene Bachelor-Studiengänge, darunter Sozialwissenschaft, Innovations- und Technologiemanagement oder Gesundheits- und Krankenpflege. Um darauf aufbauend später noch einen Master-Studiengang zu absolvieren, müssen hingegen in der Regel ein Bachelor-Abschluss oder ein entsprechender Abschluss einer anerkannten Hochschule vorgelegt werden. Auch hier sind die Zugangsvoraussetzungen von Hochschule zu Hochschule sehr unterschiedlich.

Einschränkungen und begrenzte Studienplätze

Trotz dieser mittlerweile vielfältigen Möglichkeiten, auch ohne Matura in Österreich zu studieren, gibt es dennoch einige Einschränkungen, die damit einhergehen. Gerade bei berufsbegleitenden Studiengängen wird neben der abgeschlossenen Berufsausbildung oder einer vergleichbaren Ausbildung oft eine mindestens dreijährige Berufserfahrung vorausgesetzt. Manche Studiengänge erfordern darüber hinaus zusätzliche Eignungstests, mithilfe derer die Kenntnisse und Fähigkeiten, die für den jeweiligen Studiengang erforderlich sind, nachgewiesen werden müssen. Für einige Studiengänge sind außerdem umfangreiche Sprachkenntnisse nötig. Auch gibt es bei Studiengängen, die ohne Matura zugänglich sind, meist nur eine begrenzte Anzahl an Studienplätzen. Wer beispielsweise Medizin ohne Matura studieren möchte, muss mindestens 20 Jahre alt sein und eine erfolgreiche berufliche oder außerberufliche Vorbildung mitbringen. Eine Studienberechtigungsprüfung ermöglicht dann den Zugang. In Summe lässt sich also feststellen: Es ist äußerst wichtig, sich vorab umfassend über die Zulassungsvoraussetzung für den gewünschten Studiengang zu informieren.

Durchhaltevermögen und Selbstständigkeit sind essenziell

Fakt ist jedenfalls: Auch ohne akademische Vorbereitung durch die Matura kann ein Studium die Karrierechancen erheblich verbessern und den Zugang zu höherqualifizierten Berufen ermöglichen. Für Studierende mit Berufserfahrung ist es insofern einfacher, da sie bereits über praktische Erfahrungen verfügen und diese nun mit dem neu gewonnenen Wissen ideal verknüpfen können.

Dennoch kann ein Studium ohne Matura eine echte Herausforderung darstellen, die Durchhaltevermögen und Selbstmotivation sowie eine gute mentale und körperliche Gesundheit erfordert. Ein sinnvolles Zeit- und Organisationsmanagement kann dabei helfen, den Überblick zu behalten und das Studium effektiver zu bewältigen. Zudem müssen Studierende ohne Matura flexibel sein und ihre Pläne an die jeweiligen Anforderungen anpassen können. Bei Unsicherheiten und Problemen während des Studiums ist es ratsam, zur Unterstützung eine Anlaufstelle mit Beratungsangeboten für Studierende aufzusuchen.

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