INHALTSVERZEICHNIS

Heutzutage gibt es unzählige Programme und Apps, die das Leben deutlich erleichtern können. Im Studium verwenden viele Studierende Tools, um Hausarbeiten zu schreiben oder ihre Arbeit korrigieren zu lassen. Hier stellt sich jedoch die Frage, wie Universitäten damit umgehen sollten und ob in diesem Digitalzeitalter die akademische Integrität damit noch bewahrt werden kann?

Aktuelle Situation

In Österreich nutzen nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung, Wirtschaft und Forschung über 390.000 Studenten das vielseitige Studienangebot. Durch das neue technische Verständnis der jungen Menschen gibt es nun ganz neue Methoden, um besser durch das Studium zu kommen. Kontakte werden virtuell geknüpft, Unterlagen können einfach versendet und runtergeladen werden.

Seit geraumer Zeit existieren Webseiten, die künstliche Intelligenz (KI) zur Verfügung stellen, um etwa wissenschaftliche Arbeit schreiben zu lassen. Die meisten Universitäten und Hochschulen haben bereits darauf reagiert und setzten auf Plagiats-Softwares, die herausfinden können, ob eine Arbeit durch KI erstellt wurde. Durch die Verwendung solcher KI generierten Programme ist die akademische Integrität gefährdet.

Wie sollten Universitäten mit dem Einsatz von KI Tools umgehen?

Einerseits wird die Verwendung von KI als Form von Plagiat betrachtet. Jedoch prognostizieren zahlreiche Experten, dass viele Berufe in der Zukunft in enger Zusammenarbeit mit KI-Systemen ausgeübt werden. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass mehr Hochschulen auf die Thematik eingehen sollen, statt es einfach nur zu verbieten. Selbstverständlich müssten Dozenten die Studierenden über die Chancen und Herausforderungen diesbezüglich aufklären und sie nicht damit alleine lassen. Diese Faktoren sind dabei zu berücksichtigen:

  • Chancen: In einer sich immer schneller verändernden Welt kommt es darauf an, sich innerhalb kürzester Zeit an neue Begebenheiten anzupassen. Dabei helfen diese Programme enorm. Durch die Zusammenarbeit von solchen KI Softwares ist es möglich Prozesse zu beschleunigen und damit gewisse Kapazitäten zu erhöhen. Die Arbeitswelt hat sich gewandelt, daher sollten die Lehrmethoden sich dieser Veränderung mehr anpassen.
  • Herausforderungen: Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass es immer noch auf den Menschen ankommt. Nutzer dürfen sich nicht blind auf das verlassen, denn KI-Tools  sind nicht neutral. Sie basieren lediglich auf den gesammelten Daten des Internets und spiegeln die bestehenden Machtverhältnisse und Wertevorstellungen wider. Dabei wird nicht Rücksicht darauf genommen, ob diese gerecht oder wissenschaftlich belegt sind. Speziell der  bewusste oder unbewusste Einfluss der Entwickler, Auftraggeber schlägt sich dabei nieder. Die akademische Integrität ist daher nicht gewährleistet.

Der Unterschied zwischen KI und anderen Hilfsmitteln

Kritiker könnten anmerken, dass es seit langer Zeit viele Hilfsmittel, die Studenten anwenden, um im Studium zu bestehen. Der große Unterschied ist, dass die anderen Tools lediglich eine Hilfestellung geben und deren Quellen zurück verfolgbar sind. Dazu gehören beispielsweise:

  • Microsoft Office Paket: Bei einem Textdokument werden Fehler angezeigt oder Thesaurus gibt Synonyme aus dem Wörterbuch. Excel ist ebenfalls extrem hilfreich für Kalkulation, genauso wie PowerPoint. Diese Programme Unterstützen die Nutzer, aber ersetzen nicht ihre Arbeit.
  • Mathematische Software: Dasselbe gilt für Softwares, wie MATLAB, Mathematica oder LibreOffice Calc. Dies sind alles nützliche Bearbeitungsprogramme, die für mathematische Berechnungen und Datenanalyse konzipiert sind.

Die Qualität bei diesen gängigen Mitteln ist nicht mit einer KI zu vergleichen. Sie stellen sicher, dass die Leistung durch menschlichen Verstand ausgearbeitet wurde. Manche Studenten nutzen auch das Ghostwriting. Die Arbeit basiert auf dem wissenschaftlichen Know-how, welche sich auf unterschiedliche Fachbereiche spezialisiert haben. Damit erhalten Studierende ein Ghostwriting mit Qualitätsgarantie und können sich sicher sein, dass der Inhalt wissenschaftlich geprüft worden ist und die Quelleninhalte nachvollziehbar sind.

Lösungsansätze, um akademische Integrität bewahren

Unter akademischer Integrität verstehen Hochschuleinrichtungen eine Haltung und ein Handeln, das im Einklang mit wissenschaftlichen Standards steht. Der Begriff umfasst dabei nicht nur die Forschung im engeren Sinne, sondern beansprucht ebenso Geltung für Studium und Lehre. Daher sollten Universitäten einen Ansatz finden, der mit diesen Werten übereinstimmt und gleichzeitig an das digitale Zeitalter integriert werden kann.

  • Intensivere Aufklärungen: Viele junge Menschen sehen nur die Vorteile der KI Nutzung. Daher sollten Schulen und Universitäten verstärkt auf Aufklärung setzen, um Schüler, Studierende und Dozenten für die Herausforderungen und ethischen Aspekte im Umgang mit digitalen Tools zu sensibilisieren. Workshops, Schulungen und Informationsveranstaltungen können dazu beitragen, ein Bewusstsein für akademische Integrität zu schaffen.
  • Verstärkter Fokus auf kritische Denkweise: Um das zu erreichen, sollte der  Schwerpunkt auf die Entwicklung der kritischen Denkfähigkeiten der Studierenden gelegt werden. Die Bewertung von Informationen muss dabei im Vordergrund stehen, um der jungen Generation bewusst zu machen, dass eigenständiges Denken und das Erarbeiten von Inhalten die wichtigsten Punkte einer akademischen Ausbildung sind.
  • Integration von Ethik und digitale Kompetenzen im Lehrplan: Die Implementierung zur digitalen Ethik und zur verantwortungsvollen Nutzung von Technologie sollten dabei im Lehrplan aufgenommen werden. So haben Studierenden die Gelegenheit, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln.

Zukunftsaussichten

Weder die Gesellschaft noch die Bildungseinrichtungen können sich auf Dauer vor den neuen virtuellen Innovationen verschließen. Es wäre naiv zu glauben, dass KI-Tools nur ein zeitweiliges Phänomen sind. Die Fehler der Vergangenheit sollten nicht wieder wiederholt werden. Als Anfang der Neunzigerjahre das Internet für alle zugänglich war, hat es zehn Jahre gedauert bis es in Schulen, Institute und Universitäten angewandt wurde.

So viel Zeit können wir uns bei der neuen KI Technologie nicht leisten. Es gibt zunehmend bessere Programme, die immer weiter ausgearbeitet werden. Unzählige Berufe werden dadurch verändert oder fallen ganz weg. Natürlich entstehen dadurch auch neue Arbeitsplätze und neue Studiengänge, die sich mehr mit der Optimierung und den potenziellen Einsatzbereichen der KI befassen werden.

Aufgrund dessen ist es Zeit, sich an diese Gegebenheiten mehr anzupassen. Besonders für Universitäten sollte es wichtig sein, die Studenten für die Zukunft auszubilden und nicht nur für die Gegenwart. Denn wie heißt es so schön: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

*** Gastbeitrag ***

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