Bummelstudierende – sie schlafen täglich bis Mittag, gehen dann für ein paar Stündchen an die Uni, anschließend ab auf die nächste Party, wo sie bis in die frühen Morgenstunden feiern – soweit das Klischee. Sind Langzeit-Studierende aber wirklich mehr damit beschäftigt, ihr Leben in vollen Zügen zu genießen statt sich um einen raschen Studienabschluss zu bemühen?

Markus (Name von der Red. geändert) bezeichnet sich selbst als Bummelstudent. Er ist 25 und studiert Maschinenbau an der TU Wien, und das bereits im zwölften Semester. Eigentlich wären sechs Semester für den Bachelorabschluss vorgesehen. Markus genießt das Studentenleben in vollen Zügen. Er lässt sich lieber noch Zeit mit dem Abschluss, spielt täglich mehrere Stunden Xbox, macht viel Sport und lässt keine Party aus. Bei so viel Freizeitstress bleibt das Lernen natürlich auf der Strecke.

 „Ich will mich nicht stressen lassen und durchs Studium hetzen. Man sollte die Studienzeit genießen, neue Leute kennen lernen und Spaß haben. Wenn ich könnte, würde ich am liebsten mein ganzes Leben lang studieren. Das ist sicher eine der schönsten Zeiten im Leben.“

Organisation schwierig

Von Anfang an arbeitete Markus während des Studiums. Er ist für acht Stunden pro Woche angestellt. „Ich muss mich großteils selbst finanzieren“, begründet Markus sein berufliches Engagement. Eine Wohnung, Lebensmittel, Studiengebühren und vieles mehr muss bezahlt werden. „Organisatorisch ist es oft schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen“, meint Markus. Zwei Vormittage pro Woche kann er gar nicht auf der Uni sein. Früher war es problemlos möglich, sich auf das Studium zu konzentrieren und nebenbei zu arbeiten, es gab noch keine aneinander geknüpften Voraussetzungsketten. Aber dank des Bachelor/ Master-Konzepts muss das gleiche Pensum in kürzerer Zeit bewältigt werden. „Die ECTS-Aufteilung vieler Lehrveranstaltungen ist ein Witz“, sagt Markus. Für eine Prüfung bekomme er oft nur einen ECTS-Punkt, das bringe ihn im Studium auch nicht schneller weiter, meint er. Ein zusätzliches Problem sind die Lehrveranstaltungen, die nur für eine begrenzte Teilnehmerzahl bestimmt sind. Bekommt man hier keinen Platz, verliert man oft ein Semester. Markus hat dieses Phänomen schon ein paar Mal zu spüren bekommen.

Das Leben genießen

Die meisten Studierenden müssen während des Studiums arbeiten. Da bleibt nicht mehr viel Zeit, um das Leben zu genießen. Nur die Wenigsten  lassen sich komplett von ihren Eltern finanzieren. Kein Wunder also, dass so mancher Student sein Studium nicht in der Regelstudienzeit bewältigt bekommt. So wird man schnell auch unfreiwillig zum Bummelstudierenden.
Es gibt aber natürlich auch andere Studierende, die von ihrer Jugend profitieren wollen, so lange sie noch können. Sie arbeiten nicht oder nur wenig, sind ab und zu mal an der Uni, gehen ihren Hobbys nach und pflegen ihre sozialen Kontakte, welche im späteren Berufsleben mit Sicherheit auch wichtig sein können. Andere wissen einfach noch nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen. Sie probieren eine Studienrichtung nach der anderen aus und bleiben so länger an der Uni, um Entscheidungen hinauszuzögern. 

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