Im aktuellen Welt-Uni-Ranking der Times Higher Education (THE) ist die Uni Wien weiter abgerutscht, von Platz 162 auf 170. Auch in anderen Rankings schneidet die Uni Wien zwar nicht schlecht ab, kann sich aber außer im Quacquarelli Symonds Ranking (QS-Ranking) im Vergleich zum Vorjahr nirgendwo verbessern.

Immerhin hat sich die Uni Wien als einzige der 21 österreichischen Universitäten im THE-Ranking unter den 200 besten Unis der Welt gehalten. Die Uni Innsbruck, die Uni und TU Graz und die Uni Linz landen unter den Top 400.

Ranking zur Entscheidungshilfe

Als das erste Uni-Ranking 1983 vom „U.S. News & World Report“ herausgegeben wurde, sollte es ausschließlich High-School-Absolventen eine Entscheidungshilfe geben, an welcher Universität sie sich bewerben könnten. Studierende in Österreich entscheiden aber im Gegensatz zu den USA oder Großbritannien nicht nach Rankings, an welcher Uni sie studieren wollen.

Wieso schneiden Österreichs Unis so schlecht ab?

In Österreich herrscht generell eine chronische Unterfinanzierung der Unis. Probleme der einheitlichen Studienplatzfinanzierung, aber auch das Fehlen von Zulassungsregeln an vielen Instituten werden als mögliche Gründe für das schlechte Abschneiden genannt. Auch das Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrkraft lässt in Österreich zu wünschen übrig: An der Uni Wien kommen auf einen Professor 225 Studierende. Zum Vergleich: In München sind es 58, in Zürich 50. Times Higher Education Ranking (THE) Beim THE-Ranking von Akademikerbefragungen über Lernvoraussetzungen bis zur Forschung insgesamt 13 Indikatoren berücksichtigt. Beim ersten THE-Ranking 2004 kam die Universität Wien auf den 94. Platz. Heute wäre das eine Jubelmeldung, denn dieses Jahr landete sie auf Platz 170. Die THE-Liste wird seit neun Jahren von Eliteunis wie Oxford, Cambridge, Harvard und Stanford dominiert.

Österreich glänzt im QS-Ranking

Das Quacquarelli Symonds Ranking (QS) bewertet im Gegensatz zum THE-Ranking auch nach einzelnen Fachbereichen. Alles hängt hier von vier verschiedenen Faktoren ab: einer Akademikerumfrage, Befragungen von Arbeitgebern, dem Zahlenverhältnis Studierende-Lehrende und dem Anteil an internationalen Studierenden/ Forschern/ Lehrenden. Beim „QS Ranking 2013“ ist die einzige österreichische Hochschule unter den Top 200 wieder die Uni Wien auf Rang 158 von 800. Unter die besten 50 Fächern an der Uni Wien schaffen es Geographie, Philosophie und Linguistik. An der TU Wien sind die Studienrichtungen Computerwissenschaften, Mathematik, Elektrotechnik und Chemie in den Top 200 vertreten. Die WU Wien glänzt im Fach Wirtschaftswissenschaften, die Uni Graz in Fremdsprachen und die TU Graz in der Elektrotechnik.

Shanghai Ranking oft kritisiert

Das Shanghai-Ranking wurde 2003 von der Shanghai Jiao Tong Universität entwickelt und fokussiert Naturwissenschaften. Geistes- und Sozialwissenschaften kommen in den Rankings zu kurz. Das zieht die Uni Wien stark nach unten. Das Shanghai-Ranking wird von Experten oft kritisiert, da nur englischsprachige Publikationen, Preise und Auszeichnungen berücksichtigt werden. Das reflektiert zwar die Reputation der Universität, sagt aber nichts über die Qualität der Forschung aus.

Stolz auf Uni Wien?

Dominiert werden alle Listen von den USA und England: Harvard, Oxford, Stanford. Auch asiatische Hochschulen rücken immer näher an die Spitze der Rankings. Und obwohl die Uni Wien in weltweiten Vergleich nicht ganz so gut abschneidet und sich in vielen Bereichen verbessern muss, kann sie stolz sein, als einzige österreichische Uni überhaupt in allen Listen vertreten zu sein.

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Kommentar von Stefan Weiss

Auf die Plätze, fertig, los!

Warum man Uni-Rankings nicht zu ernst nehmen sollte.

Alle paar Monate geistern sie wieder durch die Medien: Uni-Rankings. Den Studierenden bringen sie in der Regel nichts. Sie spielen vor allem Wettbewerbsfanatikern in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in die Hände. In den USA hat sich die Praxis durchgesetzt, sich vordere Plätze in den Ranglisten zu erkaufen. Hohe Studiengebühren erlauben es den US-Unis, sich die vermeintlich besten und teuersten Wissenschaftler ins Haus zu holen. Die Kosten des Wettbewerbs werden dabei auf die Studierenden abgewälzt. Ein „Race to the Top“, nicht nur in den Rankings, sondern auch bei den Studienkosten jedes Einzelnen. Dabei verhält es sich mit Uni-Rankings im Falle Österreichs in etwa wie mit der FIFA Weltrangliste: Es fehlt der differenzierte Blick. Klar, im Fußball zählen letztlich Ergebnisse, aber wie punktuell fortgeschritten eine Mannschaft in ihrer Entwicklung ist, darüber gibt die Liste keine Auskunft. Österreichs Unis leisten punktuell hervorragende Arbeit, die sich in den Rankings nicht niederschlägt, weil Konstanz und große Prestige-Siege eben mehr zählen als stille Teilerfolge.

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