BÜCHERBÖRSE

So überlebst du jede Gruppenarbeit

So überlebst du jede Gruppenarbeit (c) iStock_Rawpixel

Zeitnot, Arbeitsweise, Arbeitstempo – Gruppenarbeiten bergen zahlreiche Probleme, doch sie haben auch viele Vorteile. Mit etwas Organisationsgeschick, Diplomatie und folgenden Tipps überlebst du Teamprojekte ohne Schwierigkeiten.

Jeder noch so große Nörgler muss zugeben, dass Gruppenarbeiten auch einige Vorteile mit sich bringen. Du wirst dadurch beispielsweise optimal auf das Berufsleben vorbereitet, weil du lernst, gut im Team zu arbeiten. Teamfähigkeit wird von vielen Arbeitgebern als Grundvoraussetzung für das Einstellen eines zukünftigen Mitarbeiters gesehen. Wenn du also später keinen Ein-Mann-Betrieb leiten möchtest oder deinen Beruf auf einer einsamen Insel ausüben kannst, solltest du bereits während des Studiums üben, auch mit unbekannten Personen oder Menschen, die du unter Umständen nicht leiden kannst, zusammenzuarbeiten. Solche Situationen werden dir im Berufsleben immer wieder begegnen. Hierbei kommt es darauf an, persönliche Gefühle in den Hintergrund zu stellen, um die Gruppenarbeit erfolgreich voranzutreiben. Außerdem hilft dir das Arbeiten im Team, deinen Standpunkt zu verteidigen, zu diskutieren, aber auch die Argumente anderer akzeptieren zu lernen.

Darüber hinaus stellt eine Gruppenarbeit die optimale Gelegenheit dar, dein Wissen zu erweitern und von anderen Menschen zu lernen. Eine Problemstellung, die du alleine vielleicht nie gelöst hättest, entpuppt sich im Team in den meisten Fällen als durchaus entwirrbar. Gemeinsam lassen sich effektive Lösungsstrategien entwickeln, da jedes Gruppenmitglied sein Wissen und seine Fähigkeiten einbringen kann, um so die Schwächen der anderen auszugleichen. Sieh Gruppenarbeiten also immer als Chance, schnell und effizient zu arbeiten. Immerhin kannst du Aufgaben oder Themen, die dir nicht gut liegen, auf andere abwälzen, die sich in genau diesen Bereichen besonders gut auskennen.

In einer Gruppe entsteht häufig eine gewisse Dynamik, in der das Hervorbringen neuer, kreativer Ideen besonders gefördert wird. Zudem können andere Gruppenmitglieder dich hervorragend motivieren, wenn du einmal die Lust auf euer Projekt verloren haben solltest. Denn in der Gruppe gibst du nicht so leicht auf und möchtest vor allem nicht, dass andere unter deinem demotivierten Verhalten leiden.

Geh offen auf unbekannte Gruppenmitglieder zu

Manchmal ist es möglich, eine Gruppenarbeit gemeinsam mit Freunden zu absolvieren. Oftmals werden die verschiedenen Gruppenmitglieder jedoch wahllos zugeteilt, so dass du dich in einem Team mit Personen wiederfindest, die du vielleicht nur einige Male während einer Vorlesung gesehen hast. Wichtig ist nun, ohne Vorurteile auf die unbekannten Gruppenmitglieder zuzugehen und ihnen eine Chance zu geben. Hierbei wirst du auf viele verschiedene Charaktereigenschaften treffen. Versuche, eine Person nicht sofort abzustempeln, sondern schaue dir an, wie sie während der Gruppenphase arbeitet und sich entwickelt. Eine schüchterne Person kann beispielsweise die besten Ideen haben, ein lauter, sich in den Vordergrund drängender Mensch kann euch etwa bei einem mündlichen Vortrag nützlich sein.

Teilt die Arbeit gerecht auf

Bei Gruppenarbeiten sollte der Gedanke „Fair Play“ an oberster Stelle stehen. Seht euch als Team und agiert dementsprechend. Hierzu solltet ihr euch im Vorfeld Gedanken darüber machen, wer welche Aufgabe übernehmen will. Dies sollte natürlich den jeweiligen Stärken der Gruppenmitglieder entsprechen. Verteilt die Arbeit dabei gerecht, denn für das Gruppenklima ist es nicht gerade förderlich, wenn zwei Personen den Großteil der Arbeit übernehmen und anderen Teammitgliedern bewusst nur ein ganz kleiner Teil der Projektentwicklung zugetraut wird.

Sprecht darüber, welche Aufgaben es zu verteilen gibt und teilt euren Partnern mit, in welchem Feld ihr euch besonders wohlfühlt und welche Aufgaben ihr gerne übernehmen würdet. Natürlich können hier die ersten Reibungspunkte auftreten, wenn etwa eine Aufgabe besonders beliebt ist. Versucht Kompromisse einzugehen, so dass sich nicht ausschließlich ein Gruppenmitglied einer sehr langwierigen und lästigen Problemstellung widmen muss.

Akzeptiere Meinungen anderer Gruppenmitglieder
Wichtig ist zudem, dass du lernst, die Meinungen anderer Gruppenmitglieder zu schätzen und zu akzeptieren. Für eine Vielzahl von Problemstellungen gibt es keine einheitliche Lösung. Oftmals sind mehrere Lösungswege durchaus vertretbar. Wer also immer nur auf seinen Ansichten beharrt, ist kein guter Teamplayer und hilft seiner Gruppe dadurch nicht weiter. Versuche vielmehr, andere Ansichten zunächst kritikfrei anzuhören und zu durchdenken. Sodann könnt ihr in der Gruppe darüber diskutieren und die Idee unter Umständen mangels Argumenten verwerfen. Jede Idee ist es per se wert, gehört, besprochen und keinesfalls belächelt zu werden. Einigt euch vor der Gruppenphase beispielsweise darauf, dass eine Person, die eine Idee vorbringen möchte, zunächst nicht unterbrochen wird. Wenn sie dann mit ihrem Vortrag fertig ist, können gemeinsam Argumente dafür oder dagegen gefunden werden. Auch hierbei sollte eine Diskussionskultur des gegenseitigen Respekts aufrechterhalten werden. Dazu gehört beispielsweise auch, andere Teammitglieder zu loben oder eine Idee anzunehmen, die besser ist als die eigene.

Löst Konflikte im Team

Während der Gruppenphase kommt es schon einmal zu Konflikten, gerade wenn Gruppenmitglieder mit sehr unterschiedlichen Charaktereigenschaften aufeinandertreffen. Ein häufig anzutreffendes Problem ist beispielsweise, dass sich eine Person ständig in den Mittelpunkt drängt. Auch das Gegenteil kommt nicht selten vor, wenn nämlich ein Teammitglied überhaupt keine Aufgaben übernehmen will und sich sozusagen von den anderen Teilnehmern „durchziehen“ lässt. Hier heißt es erst einmal: Ruhe bewahren! Sprecht das Problem offen in der Gruppe an, ohne laut oder anklagend zu werden. Gerade übermotivierte Personen merken oftmals gar nicht, dass sie sich in den Vordergrund drängen und sich andere Gruppenmitglieder dadurch zurückgesetzt fühlen. Vielfach möchten sie die Gruppe einfach schnell voranbringen. Wenn sie jedoch andere Personen dabei übergehen und ausschließlich ihre Ansichten für korrekt halten, sollten die anderen Teammitglieder auf die Person zugehen und deutlich machen, dass es sich um eine Gruppenarbeit handelt. Ihr könnt beispielsweise sagen: „Wir finden es super, dass du dich so einbringst, aber wir fühlen uns von dir häufig übergangen.“ Macht dann konkrete Vorschläge, welche Arbeiten ihr übernehmen wollt, und zeigt auf, dass dies euer Zuständigkeitsbereich ist. Bleibt dennoch offen für berechtigte Kritik.

Auch wenn ein Gruppenmitglied sich gar nicht an der gemeinsamen Arbeit beteiligt, sollte zunächst das gemeinsame Gespräch gesucht werden. Klärt ab, warum derjenige nicht mitmachen möchte. Unter Umständen fühlt er sich übergangen oder kann mit der ihm zugeteilten Aufgabe nichts anfangen. Ist jedoch keine Diskussion möglich und weigert sich ein Gruppenmitglied beharrlich, einen eigenen Anteil am jeweiligen Projekt zu leisten, so solltet ihr diesem klar aufzeigen, dass ihr dieses Verhalten nicht duldet. Im schlimmsten Fall ist ein Gespräch mit dem zuständigen Tutor oder Professor anzuraten.

Gönnt euch Auszeiten

Zu Beginn der Gruppenarbeit sind alle Teammitglieder sicherlich noch sehr motiviert und scheuen sich nicht davor, bis spät in die Nacht zu arbeiten. Kommt dies jedoch regelmäßig über einen längeren Zeitraum vor, stellt sich schnell der Lagerkoller ein und keiner hat mehr wirklich Lust, an dem Projekt zu arbeiten. Nehmt euch daher zwischendurch Auszeiten, während derer ihr euch nicht über die Gruppenarbeit unterhaltet, sondern andere unverfängliche Themen findet. Bestellt euch beispielsweise Pizza und schaut euch einen Film an oder esst auswärts in einem Restaurant. Nach getaner Arbeit darf auch ein Feierabendbierchen drin sein.

Seht die Arbeit also nicht zu verbissen. Gerade wenn ein Teilproblem unlösbar scheint, ist Verbissenheit kontraproduktiv. Nehmt erst einmal Abstand, kommt bei alkoholfreien Cocktails in eurer Lieblingsbar auf andere Gedanken und geht dann mit einem freien Kopf erneut an die Problemstellung heran. Sicherlich wird euch die Lösung jetzt um einiges leichter fallen.

 

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