Die Autoren des Hits „Little Talks“ sind nach einer kurzen Pause mit einem neuen Album zurück – „Beneath the Skin“ soll die menschlichere Seite von Of Monsters And Men zeigen. Weg von der Phantasie, rein in das innere Selbst; und dann raus auf die Bühne. Wir haben Nanna und Ragnar bei ihrem Besuch in Wien zum Interview getroffen.

UNIMAG: Ihr habt einmal gesagt: „Wir beziehen uns ständig auf Monster und Menschen. Das letzte Album handelte von Monstern. Diesmal geht es um Menschen.“
Nanna: Stimmt, dieses Album geht in eine sehr menschliche Richtung.

Raggi: Die Symbolik und die Grafikelemente sind stärker auf das Gesicht konzentriert.

Nanna: Wir singen mehr über Gefühle.

Raggi: Ja und es ist realitätsbezogener. Das erste Album war eher wie eine Phantasie.

Ist es nicht schwierig, so persönliche Lieder vor tausenden Menschen zu singen?
Raggi: Es hat sich im Laufe der Zeit verändert. Manchmal ist es noch schwierig.

Nanna: Ich habe das Gefühl, dass es schwieriger ist, sie zu schreiben als sie zu singen. Ich finde es aber toll, dass Menschen immer eigene Bedeutungen in unsere Songs hineinlegen. Sie analysieren nicht, was du eigentlich sagen willst. Sie schauen nur, wie sie ihre eigenen Erfahrungen in den Text reinbringen können. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Inwiefern spielt eure isländische Herkunft eine Rolle in eurer Musik?
Raggi: Wir benutzen weiterhin gerne Elemente der Natur für unsere Songs. Ich glaube, das kommt aus Island. Aber die Einflüsse verschwimmen immer mehr. Deshalb ist es schwierig zu sagen, inwiefern Island eine Rolle in unserer Musik spielt.

Nanna: Es ist wahrscheinlich für andere Menschen einfacher zu bemerken als für uns. Sie sagen: „Oh, das ist sehr isländisch!“ Und wir bemerken dann: „Ach ja, stimmt.“

Habt ihr euch schon einmal überlegt, in eurer Sprache zu singen?
Nanna: Ja, wir haben darüber nachgedacht. Wenn das richtige Lied kommt, werden wir das machen. Aber bis jetzt ist es noch nicht passiert. Es wäre aber eine tolle Herausforderung. Wir halten uns diese Möglichkeit auf jeden Fall offen.

Laut Iceland Magazine seid ihr die viertberühmtesten Isländer. Was denkt ihr darüber?
Nanna: Ich fühle mich nicht besonders berühmt (lacht).

Gar nicht?
Nanna: Nein, nicht wirklich.

Raggi: Der Bandname ist vielen ein Begriff, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich als Person erkannt werden würde. Es ist nicht so, wie wenn du den Namen Björk hörst und gedanklich sofort ihr Gesicht vor Augen hast.

Wie seid ihr auf die Idee für eure Lyric-Videos gekommen?
Nanna: Wir wollten etwas Besonderes machen und haben viel herumgetüftelt. Die Idee, Menschen vor der Kamera zu haben, hat uns sehr gut gefallen, weil es ja so ein persönliches Album ist.

Raggi: Diese Verletzlichkeit, eine Person mit all ihren Makeln vor der Kamera zu haben…

Wie habt ihr die Personen dafür gefunden?
Nanna: Wir haben uns Menschen ausgesucht, die wir interessant finden, wirklich bewundern oder mögen. Wir haben sie einfach angerufen und viele haben zugesagt. Die erste Person war ein alter, berühmter isländischer Schauspieler. Wir haben ihn angerufen und gesagt: „Hi, willst du morgen ein Video mit uns machen?“ Er hat den Text noch in derselben Nacht gelernt und ist zu uns gekommen.

Was bedeuten die Grafiken am Anfang der Videos?
Raggi: Jedes Lied hat sein eigenes Symbol. Es ist wie das Gesicht des jeweiligen Liedes, weil jede Nummer für uns sehr wichtig ist.

Wie seid ihr auf die Symbole gekommen?
Raggi: Unser Grafikdesigner Leif Podhajský hat die Idee dazu geliefert.

Nach der letzten Tour habt ihr eine Pause gemacht. Habt ihr überhaupt gewusst, was ihr in eurer Freizeit machen sollt?
Nanna: (lacht) Es war wirklich komisch, weil wir damals eigentlich dasselbe gemacht haben wie jetzt: Reisen, Konzerte spielen, Leute treffen… Aber alles war nur „Los! Los! Los!“ die ganze Zeit. Davon brauchten wir eine Auszeit, in der wir tatsächlich nicht wussten, was wir machen sollen (lacht).

Raggi: Es war vor allem abends schwierig. Da waren wir es gewohnt, Soundcheck zu machen oder ein Konzert zu spielen. In unserer Pause hatten wir genau zu dieser Zeit nichts zu tun. Wir hatten aber den Eindruck, dass wir etwas tun sollten. Also haben wir beschlossen, neue Musik zu schreiben.

Habt ihr auf euren Tourneen normalerweise Zeit, euch die Städte anzusehen?
Raggi: Auf dieser Tour durch Europa hatten wir ein bisschen mehr Zeit dafür. Früher waren wir in jeder Stadt wirklich nur einen Tag lang und haben pausenlos gearbeitet.

Nanna: Heute sind wir zum Beispiel hier in Wien angekommen und haben sogar die Möglichkeit gehabt, ein bisschen spazieren zu gehen.

Was hat euch am besten gefallen?
Nanna: Ich liebe eure wunderschönen Kirchen! Ich bin auch in eine hineingegangen – atembedauernd! Und da war ein Typ, der so toll gesungen hat … Das war richtig nett, das mochte ich sehr. Es ist so eine beruhigende Stimmung.

Raggi: Und ich… habe nur The Voice geschaut (lacht).

Inwiefern unterscheidet sich diese Tour zu euren früheren?
Nanna: Die Produktion ist anders, weil alles größer ist. Wir haben jetzt mehr Menschen auf der Bühne, früher waren wir sieben, jetzt sind wir neun …

Raggi: … und die Shows sind länger.

Nanna: Die Show ist definitiv anders, weil wir bei unseren früheren Tourneen weniger Lieder hatten, dafür waren diese aber mit mehr Beats. Jetzt haben wir langsamere Lieder, das Licht ist vorwiegend blau, dunkel und ziemlich kühl… Im Grunde ist also alles anders.

Raggi: Das Tourleben ist aber gleich geblieben.

Nanna: Das stimmt: Bus, Reise, Konzert, yeah!

Yeah! Danke für das nette Gespräch!

Fotos: Elisabeth Voglsam

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