BÜCHERBÖRSE

ÖH-Wahl: Nachbericht und Analyse

ÖH-Wahl: Nachbericht und Analyse (c) Michael Hinterseer

Die dreitägigen Wahlen zum neuen Studierendenparlament sind gestern um 17 Uhr zu Ende gegangen. Bis in die Nacht hinein waren 20 der 21 Universitäten ausgezählt, heute Freitag kam die letzte Uni dazu und komplettierte somit die Liste.

> Ergebnisse hier

Bundesweit gibt es im Allgemeinen keine großartigen Veränderungen: Die AktionsGemeinschaft (AG) wurde wie schon 2011 stimmenstärkste Fraktion, die bisherige Exekutive der Bundesvertretung (GRAS, VSSTÖ, FLÖ und FEST) würde aber wieder über eine Mehrheit verfügen. Ob diese weitergeführt wird, ist noch unklar, möglich wäre auch eine Dreierkoalition der AG mit den beiden anderen stimmenstärksten Fraktionen. Bis zum 28. Juni soll die neue Exekutive stehen.

Keine Verlierer bei den Großen, kleine Fraktionen gewinnen

Keine der größeren Fraktionen sieht sich selbst als Verlierer, aber auch nicht unbedingt als Gewinner: Die AG erreicht 21 Mandate (verliert 2), die FLÖ bekommen zu den bisherigen 15 Mandaten noch 2 dazu, der VSSTÖ hält bei 12 Mandaten und die GRAS verliert 3 ihrer zuletzt 14 Mandate. Die JULIS halten 3 Mandate, der RFS, KSV und KSV-LILI kommen auf jeweils 1 Mandat. Neu in der Bundesvertretung werden die UniPiraten mit einem Mandat vertreten sein, die in diesem Jahr das erste Mal angetreten sind. Auch die Jux-Liste No Ma'am, die nur an der Uni Linz kandidierte, schafft den Sprung in die Bundesvertretung (wie auch schon 2011). Sonstige Listen werden sich die restlichen Sitze aufteilen. 25 Mandate werden noch über die Fachhochschulen (FH) und Pädagogischen Hochschulen (PH) vergeben, diese wählen aber erst zu einem späteren Zeitpunkt und werden die derzeitige Verteilung noch ein wenig ändern.

Ergebnisanalyse

Die AG verliert beispielsweise bis auf die Uni Linz (+6,77), BOKU (+2,24), TU Wien (+2,72) und der Uni Salzburg (+0,19 ) an allen anderen Universitäten. Eine der Hochburgen der AG fiel: An der Med Uni Wien bescherte die Unabhängige Fachschaftsliste MUW (UFMUW), die sich erst im Januar 2013 formierte, der Österreichischen Medizinerunion (ÖMU) ein Minus von 35,53 % und erreichte aus dem Stand 41,32 Prozent. Im Gegensatz dazu konnte die AG die Montanuniversität Leoben und die Wirtschaftsuniversität Wien mit über 50 Prozent mehr als halten, an der WU sogar gegen eine Koalition alle Fraktionen frei nach dem Motto „Alle gegen einen“. Auch der RFS kann nur an der Uni Salzburg um +0,09 % zulegen, an allen anderen Universitäten verliert er, an der Montanuniversität Leoben gar 8,01 %.
Der VSSTÖ kam ungefähr auf das selbe Ergebnis wie vor 2 Jahren, was an einer Uni verloren wurde (Uni Linz: -3,5%) wurde an einer anderen Uni aufgefangen (WU Wien: +3,65), selbiges gilt im Übrigen auch für die GRAS: An der Uni Wien wurde sie wegen des Café Rosa mit einem Minus von 8,84 % abgestraft, dafür gewinnt sie an der Uni Salzburg 8,87 % dazu. Überhaupt ist die Uni Wien ein äußert spannender Fall: Der VSSTÖ holt sich die Uni Wien mit 3.719 Stimmen (22,72 %, -0,75 %) zurück, Platz 2 geht an GRAS mit 3.609 Stimmen (22,04 %, -8,84 % und ein verlorenes Mandat), Platz 3 an die AG mit 3.605 Stimmen (22,02 %, -4,61 %). Die Fortführung der bisherigen Exekutive scheint bereits fix.
Die FEST erreicht an der Uni Wien 6, 35 % und holt sich 2 Mandate in der Universitätsvertretung und 1 Direktmandat in der BV, die UniPiraten erreichen 5,58 % und damit jeweils 1 Mandat. Die JULIS landen mit 8,12 % (+2,37) auf dem vierten Platz an der Uni Wien, auf der WU kommen sie mit 14,97 Prozent auf den 3. Platz. Allgemein blieben die JULIS aber unter ihren Erwartungen und konnten mit ihrem „Nischenprogramm“ (Forderung nach Studiengebühren) wie Claudia Gamon es nennt, nicht sonderlich punkten.

Sorgenkind Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung liegt mit 27,97 % bundesweit unter den Wert von 2011  (28,38 %). An einzelnen Unis war die Wahlbeteiligung höher also noch bei den Wahlen von vor vier Jahren, zum Beispiel an der Montanuniversität Leoben lag diese bei 52,36 % (2009: 44,76 %), Med Uni Wien bei 50,84 % (2009: 48,49 %) oder Mozarteum Salzburg mit 29,86 % (2009: 19,40 %). An den meisten Unis jedoch geringer: So gingen an der Med Uni Innsbruck 34,96 % (2009: 43,17 %) zur Urne oder gar nur 18,80 % (2009: 24,06 %) an der Akademie für Bildende Kunst Wien.

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook